Einem der Väter der ersten Xbox macht der Game Pass "Angst"

Microsoft feiert mit seinem Spiele-Abo-Dienst Xbox Game Pass große Erfolge, der Dienst gilt mittlerweile als Standard im Gaming-Geschäft und hat auch in der Branche viele Anhänger. Doch das Abo-Modell hat auch Kritiker, dazu zählt auch Ed Fries, Xbox-Manager der ersten Stunde.
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Ed Fries gehört zu den Vätern der ersten Xbox und war auch Teil jenes Teams, das den Launch der ersten Microsoft-Konsole zu verantworten hatte. Er blieb danach allerdings nicht lange Teil des Redmonder Konzerns und verließ das Unternehmen Anfang 2004. Der Gaming-Branche blieb Fries aber erhalten und er hat auch bis heute eine Meinung zu den aktuellen Themen der Szene.

Nun stellte er sich einem längeren Interview mit dem Podcast Xbox Expansion Pass und wurde dort auch auf Microsofts aktuelle Gaming-Aktivitäten angesprochen. Genauer gesagt wollte man von Fries wissen, was er täte oder ändern würde, wenn er heute noch Teil des Redmonder Konzerns wäre.

"Game Pass macht mich nervös"

Der ehemalige Microsoft-Manager drückte sich etwas vor einer Antwort, meinte aber, dass er Angst vor der Auswirkung des Game Pass habe. Dieser mache ihn "nervös", so Fries. Er verglich das Spiele-Abo von Microsoft mit dem Geschäftsmodell von Spotify und dessen Auswirkung auf die Musikindustrie. Allerdings machte er dabei Behauptungen, die kaum auf Fakten beruhen. So behauptet Fries, dass Spotify das Musikgeschäft "zerstört" und die Umsätze "halbiert" habe, weil niemand mehr Songs kaufe.

VGC verweist hier auch auf den Umstand, dass Fries Äpfel mit Birnen vergleicht: So ist weder das Medium ähnlich noch die Zahlen: Denn Game Pass hat etwa 25 Millionen Abonnenten, bei Spotify sind es 182 Millionen - Netflix kommt sogar auf 222 Millionen regelmäßig zahlende Kunden. Dazu kommt: Abo-Dienste tragen derzeit mit gerade einmal vier Prozent zum Umsatz der Spiele-Branche bei, bei der Musik liegt dieser Anteil bei 65 Prozent.

Fries: "Wir müssen also aufpassen, dass wir nicht das gleiche System in der Spielebranche schaffen. Diese Märkte sind anfälliger als die Leute glauben. Ich habe gesehen, wie sich die Spieleindustrie in den frühen 80er Jahren selbst zerstört hat. Ich habe miterlebt, wie sich die Bildungssoftwarebranche Mitte der 90er Jahre selbst zerstörte... Sie zerstörten buchstäblich einen Multi-Milliarden-Dollar-Markt in wenigen Jahren."

Das bedeutet aber nicht, dass er den Game Pass kategorisch ablehnt: "Als Kunde liebe ich es. Ich liebe Spotify als Kunde: Ich bekomme alle Songs, die ich mir vorstellen kann... als Kunde ist es ein großartiges Angebot. Aber es ist nicht unbedingt toll für die Branche." Aus der Branche und von Indie-Entwicklern kam aber umgehend Widerspruch. So schreibt etwa Mike Rose von No More Robots: "Ich habe das schon einmal gesagt, aber: Game Pass garantiert Dutzenden von Entwicklern jeden einzelnen Monat den Erfolg, indem es ihnen die gesamten Entwicklungskosten (und noch mehr) am ersten Tag bezahlt. Jeder, der 'Game Pass ist schlecht für Entwickler' tweetet, hat null Ahnung davon, wie diese Industrie funktioniert und sollte in eine Mülltonne steigen."

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