Ultimatives Menschheits-Backup:
Datenbunker auf dem Mond geplant

Die Menschheit hat schon öfter große Teile des gesammelten Wissens verloren. Das soll nicht noch einmal passieren - so die Idee eines Startups, das jetzt Investoren für ein Backup sucht, dass auch den Weltuntergang übersteht. Die Lösung: Ein Datenzentrum auf dem Mond.
Wissenschaft, Mond, Mondlandung, Mondmission
Public Domain
Die Erde ist auf ihrer langen Reise durch den Kosmos immer der potenziellen Gefahr ausgesetzt, zerstört zu werden. Ob durch die Menschen selbst oder durch kosmische Ereignisse. Das Startup Lonestar Data Holdings sieht in dieser Tatsache seinen Arbeitsauftrag. "Es ist für mich unbegreiflich, dass wir unsere kostbarsten Güter, unser Wissen und unsere Daten auf der Erde aufbewahren, wo wir Bomben zünden und Dinge verbrennen", so Christopher Stott, Gründer und CEO von Lonestar, gegenüber The Register. Commercial Lunar LandersLonestar beginnt mit ersten Tests an Bord von 'Commercial Lunar Landern' wie Nova-C "Wir müssen unsere Werte außerhalb unseres Planeten lagern, wo wir sie sicher aufbewahren können." Die abenteuerlich klingende Idee: Lonestar will ein Datenzentrum in den Lavaröhren des Mondes errichten und darin das gesammelte Wissen der Menschheit lagern.

Geld gesammelt, Test startet

Das junge Unternehmen kann für diesen Ansatz in der ersten Finanzierungsrunde von willigen Geldgebern immerhin 5 Millionen US-Dollar einsammeln. Mit dieser Summe will man jetzt erste Testmissionen finanzieren. Die erste Gelegenheit: Mit dem Nova-C-Lander und der Mission IM-1 wird man Ende 2022 einen ersten Versuchsaufbau auf die Mondoberfläche bringen und kleine Datenübertragungen testen. Dafür hat man sich Genehmigungen für die Übertragung zum Mond und zurück zur Erde in den S-, X- und Ka-Bändern gesichert.

Commercial Lunar LandersCommercial Lunar LandersCommercial Lunar LandersCommercial Lunar Landers
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Der nächste Schritt kommt dann mit IM-2 im Jahr 2023. Bei der Mission ist geplant, eine weitere Nova-C-Landeeinheit zum Südpol des Mondes zu bringen. Mit an Bord: Lonestars rund ein Kilogramm schwerer Speicherprototyp in der Größe eines Buchs mit 16 Terabyte Speicherplatz. "Wir werden Upload- und Download-Tests durchführen (z. B. Aktualisieren und Wiederherstellen von Daten) und auch Edge-Processing-Tests von Anwendungen durchführen. Es wird mit Ubuntu laufen", so Stott.

Und dann wagt der Firmenchef noch einen optimistischen Blick in die Zukunft. Die weitere Finanzierung vorausgesetzt, will man bis 2024 Server mit einer Kapazität von fünf Petabyte auf den Mond gebracht haben, 2026 sollen es schon 50 Petabyte sein. Doch wie mit der hohen Strahlung und den Temperaturschwankungen umgehen? Man platziert das Datenzentrum in Lavaröhren unter der Oberfläche. Wie man die erreicht, hat sich Stott auch schon überlegt: "Roboter... viele Roboter."

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