Weltbank-Chef: Corona-Hilfen für Ärmste sind 1/3 des Blizzard-Kaufs

Für den Chef der Weltbank ist die Übernahme-Ankündigung Activision Blizzards durch Microsoft ein Symbol für das, was auf der Welt tiefgehend falsch läuft. Die Redmonder geben hier viel mehr für eine Spielefirma aus, als Hilfen für Entwicklungsländer bereitstehen. Knapp 69 Milliarden Dollar soll das finanzielle Volumen des Übernahmeangebotes umfassen. Aus Sicht David Malpass' ist dies in einer Zeit, in der arme Länder für eine Umschuldung, gegen Covid-19 und allgemeine Armut kämpfen, schlicht ein Kapitalfluss in die falsche Richtung. Natürlich ist der Weltbank-Chef nicht so naiv zu argumentieren, dass Microsoft das Geld lieber für die Entwicklungshilfe bereitstellen sollte.

Vielmehr geht es ihm darum, an dem Beispiel die Schieflage des globalen Systems der Wirtschaftspolitik zu demonstrieren, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht. Denn eigentlich wäre es nötig und durchaus auch sinnvoll, Kapitalströme stärker in die Entwicklungsländer zu leiten. Diese Geldbewegungen würden allerdings vor allem dadurch behindert, dass die Industriesstaaten es unglaublich viel einfacher machen, innerhalb des eigenen Systems Geld anzulegen.

Corona-Nothilfen sind viel geringer

Wie groß das Missverhältnis inzwischen ist, zeigt sich bei einem direkten Vergleich: Der für die Übernahme veranschlagten Summe stehen 23,5 Milliarden Dollar gegenüber, die von den wohlhabenderen Staaten im Dezember bereitgestellt wurden, um den ärmsten Ländern der Welt dabei zu helfen, die Folgen der Corona-Pandemie halbwegs glimpflich zu überstehen - und dieser Betrag soll über die kommenden drei Jahre fließen.

"Man muss sich fragen: 'Moment mal, ist das die beste Kapitalallokation?'", kommentierte Malpass den Microsoft-Deal. "Das geht an den Anleihemarkt. Wissen Sie, ein großer Teil der Kapitalströme fließt in den Anleihemarkt." Nur ein sehr kleiner Teil der Entwicklungsländer hat überhaupt Zugang zu einer solchen Anleihefinanzierung, während in den fortgeschrittenen Ländern zu viel Kapital aufgestaut bleibt.

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