Ökostrom-Anteile: Energie-Versorger haben lange schöngerechnet
Zahlreiche Stromversorger haben in den letzten Jahren im Marketing offenbar schlicht gelogen, was den Ökostrom-Anteil an ihrem Mix angeht. Das zeigt ein Vergleich der früheren Angaben mit den nun vorgeschriebenen Informationen der Stromkennzeichnung.
Seit November sind die Energieversorger gesetzlich zu mehr Transparenz verpflichtet. Auf ihren Webseiten und auf den Rechnungen müssen sie genauer über die Quellen ihres Strom informieren. Dabei werden nun strengere Maßstäbe angelegt - was dazu führt, dass der Anteil von Ökostrom im Vergleich zu den Angaben aus dem Jahr 2020 plötzlich rapide nach unten gegangen ist. Das ergab eines Analyse des Hamburg Instituts im Auftrag des Stromanbieters Lichtblick.
Und dabei geht es nicht um marginale Abweichungen. "Der Grünstromanteil im Unternehmensmix der Vertriebe ist nach der neuen gesetzlichen Regelung um bis zu 56 Prozentpunkte niedriger als nach der alten Regel", heißt es in dem Gutachten. Dies ist allerdings kein Extremfall - die Stadtwerke Kiel hatten im letzten Jahr noch 60 Prozent Ökostrom ausgewiesen, nun sind es nur noch 4 Prozent.
Das Problem bestand darin, dass in der alten Regelung nicht nur der eingekaufte Ökostrom, sondern der gesamte Strom, der in irgendeiner Form durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wurde, ausgewiesen war. Dabei handelte es sich allerdings um eine weitgehend rechnerische Größe. Mit der Reform des Energiewirtschaftsgesetzes wurde die Auszeichnung stärker auf die realen Anteile geändert, was die nun gezeigten Folgen hat.
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Und dabei geht es nicht um marginale Abweichungen. "Der Grünstromanteil im Unternehmensmix der Vertriebe ist nach der neuen gesetzlichen Regelung um bis zu 56 Prozentpunkte niedriger als nach der alten Regel", heißt es in dem Gutachten. Dies ist allerdings kein Extremfall - die Stadtwerke Kiel hatten im letzten Jahr noch 60 Prozent Ökostrom ausgewiesen, nun sind es nur noch 4 Prozent.
CO2-Emissionen plötzlich höher
Doch auch verschiedene andere Beispiele weisen recht große Unterschiede auf. So betrug der ausgewiesene Ökostromanteil im Unternehmensmix von Eon im Vorjahr noch 56 Prozent, in der neuen Kennzeichnung werden plötzlich nur noch 10 Prozent genannt. Bei EnBW ging der Wert von 65 auf 23 Prozent zurück, bei Vattenfall von 66 auf 17 Prozent. Entsprechend den geringer gewordenen Ökostrom-Anteilen steigen die ausgewiesenen CO2-Emissionen rasant an.Das Problem bestand darin, dass in der alten Regelung nicht nur der eingekaufte Ökostrom, sondern der gesamte Strom, der in irgendeiner Form durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wurde, ausgewiesen war. Dabei handelte es sich allerdings um eine weitgehend rechnerische Größe. Mit der Reform des Energiewirtschaftsgesetzes wurde die Auszeichnung stärker auf die realen Anteile geändert, was die nun gezeigten Folgen hat.
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