Falsche Copyright-Ansprüche:
YouTube sperrt Ig-Nobelpreis-Zeremonie

Für viele Freunde der Wissenschaft endete der Wunsch, eines der unterhaltsamsten Ereignisse des Jahres zu verfolgen, vor einem Sperrbildschirm der Video-Plattform YouTube. Die Verleihung der Ig-Nobelpreise ist dort diesmal nicht zu sehen.
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Wieder einmal hat der automatische Copyright-Filter zugeschlagen und sperrt im vorauseilenden Gehorsam Inhalte, bei denen es nun wirklich kein Problem geben dürfte. Hinzu kommt, dass sich seit Tagen niemand bei dem Plattform-Betreiber findet, der die ganze Angelegenheit kurzfristig prüfen und die Aufzeichnung manuell wieder freigeben könnte. Ig-Nobelpreise auf YouTube gesperrt Ausgelöst wurde der Sperr-Algorithmus in diesem Fall durch den Ausschnitt eines Mitschnitts, in dem der Tenor John McCormack das bekannte italienische Lied "Funiculi, Funicula" darbietet. Die genutzte Aufnahme aus dem Jahr 1914 dürfte eigentlich nicht mehr den Regelschutzfristen von 70 Jahren unterliegen und damit gemeinfrei verwendbar sein.

Fristen sind um

Natürlich ist der Zeitpunkt der Aufnahme eigentlich nicht entscheidend, da die Fristen ab dem Tod des oder der Urheber gelten. McCormack starb aber eben bereits im Jahr 1945 und somit vor über 70 Jahren. Komponiert wurde das Lied von Luigi Denza, der 1922 starb, der Text stammt von Peppino Turco, der schon seit 1903 nicht mehr auf Erden weilt.

Trotzdem beanspruchen verschiedene Musikunternehmen Rechte an der Aufzeichnung: "SME, INgrooves, Wise Music Group, BMG Rights Management, LLC, UMPG Publishing, PEDL, Kobalt Music Publishing, Warner Chappell, Sony ATV Publishing und 1 Music Rights Societies" wurden von YouTube in einer Mitteilung an die Anbieter des Videos genannt. Den Veranstaltern der Preisverleihung würde wahrscheinlich die Option offenstehen, gegen die Sperrung zu klagen, wenn YouTube - wie es eben geschieht - nicht reagiert. Doch wird man diesen Aufwand wohl kaum auf sich nehmen.



Daher müssen interessierte Nutzer nun damit leben, dass wieder einmal unberechtigt Inhalte dem so genannten Overblocking zum Opfer fallen. Und natürlich gibt es auch Plattformen, die nutzerfreundlicher agieren. Daher kann die Verleihung der Ig-Nobelpreise dieses Jahres auf Vimeo angesehen werden. Die Preise werden in jedem Jahr für wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die "zunächst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen". Ausgezeichnet wurde so beispielsweise die Erforschung der Bakterien auf Kaugummis, die in unterschiedlichen Ländern auf der Straße klebten, und auch die Suche nach einem Zusammenhang von Korruption und Übergewicht bei Politikern.

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