Sicherheit für Teilnehmer:
Ig-Nobelpreis zieht aus USA nach Europa um

Die satirischen Ig-Nobelpreise werden erstmals in ihrer Geschichte nicht in den USA verliehen. Wie die Organisatoren mitteilten, zieht man nach Europa um, da dies für die Teilnehmer die sicherere Option darstellt.
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Zuletzt reisten viele nicht an

Die Veranstaltung fand zuletzt wieder am renommierten MIT in Boston statt. Die 36. Preisverleihung wird nun allerdings in Zürich ausgerichtet. Hintergrund sind wachsende Bedenken, dass internationale Gäste derzeit Schwierigkeiten haben könnten, Visa für die Einreise in die USA zu erhalten.

Die Auszeichnung, die traditionell im September wenige Wochen vor der Bekanntgabe der echten Nobelpreise vergeben wird, ehrt wissenschaftliche Arbeiten, "die Menschen zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen". Veranstaltet wird sie vom Magazin Annals of Improbable Research. Dessen Herausgeber und Zeremonienmeister Marc Abrahams erklärte in einer E-Mail, man könne Gewinner und internationale Journalisten derzeit nicht guten Gewissens zu einer Reise in die USA auffordern. "Im vergangenen Jahr ist es für unsere Gäste unsicher geworden, das Land zu besuchen", schrieb er.


Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter Einwanderungspolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Die Maßnahmen richten sich sowohl gegen Menschen ohne Aufenthaltsstatus als auch gegen bestimmte Inhaber von Studenten- und Austauschvisa.

Seit 35 Jahren waren Preisträgerinnen und Preisträger für die Zeremonie in die USA gereist, wo sie ihre Arbeit vorstellten und traditionell mit Papierflugzeugen beworfen wurden. In den vergangenen Jahren fand die Veranstaltung meist in Boston statt, unter anderem an der Harvard University, am Massachusetts Institute of Technology und an der Boston University. Allerdings hatten im vergangenen Jahr bereits vier der zehn ausgezeichneten Teams auf die Reise verzichtet.

Zürich organisiert die Ehrung

Zu den jüngsten Preisträgern gehörte etwa ein japanisches Forschungsteam, das untersuchte, ob Kühe mit zebraähnlichen Streifen weniger von Fliegen gestochen werden. Eine andere Studie aus Afrika und Europa beschäftigte sich mit der Frage, welche Pizzaarten Eidechsen bevorzugen. Weitere ausgezeichnete Arbeiten zeigten etwa, dass moderater Alkoholkonsum manchmal das Sprechen einer Fremdsprache erleichtern kann, oder dokumentierten jahrzehntelange Untersuchungen zum Wachstum von Fingernägeln.

Die diesjährige Preisverleihung wird in Zusammenarbeit mit Institutionen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich sowie der Universität Zürich organisiert. Der Epidemiologe Milo Puhan, selbst Ig-Nobelpreisträger von 2017, begrüßte den Schritt. Der Preis mache Forschung sichtbar, "und das mit einem Augenzwinkern", sagte er. Seine eigene ausgezeichnete Studie zeigte damals, dass das Spielen des Didgeridoos die Muskulatur der oberen Atemwege stärkt und dadurch Schnarchen und Schlafapnoe verringern kann.

Künftig soll die Zeremonie im Zweijahresrhythmus in Zürich stattfinden; in den dazwischenliegenden Jahren sind andere europäische Städte vorgesehen. Eine Rückkehr in die USA ist nach Angaben der Organisatoren derzeit nicht geplant.

Zusammenfassung
  • Die Ig-Nobelpreise werden erstmals nicht in den USA verliehen
  • Die 36. Preisverleihung findet in Zürich statt, nicht in Boston
  • Internationale Gäste könnten Probleme bei der US-Visavergabe haben
  • Herausgeber Abrahams kann Reisen in die USA nicht mehr verantworten
  • Verschärfte Einwanderungspolitik unter Trump ist der Hauptgrund dafür
  • Bereits vier von zehn Teams verzichteten letztes Jahr auf die Reise
  • Künftig soll die Zeremonie im Zweijahresrhythmus in Zürich stattfinden

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