Stiebel Eltron: Grüne Wasserstoff-Phantasien sind nur Nebelkerzen

Der oft so umworbene deutsche Mittelstand fordert von der Politik, dass Fakten zur Energiewende endlich klar benannt werden und offensiv darüber informiert wird. Ablenkungsmanöver, wie sie derzeit ständig vorkommen, bringen nur Probleme mit sich. So hat jetzt beispielsweise der Hersteller von Heiz- und Warmwasser-Anlagen, Stiebel Eltron, eine Stellungnahme veröffentlicht, nach der sich die Verantwortlichen endlich klar gegen neue Heizungs-Systeme auf Basis fossiler Brennstoffe positionieren sollen. "Branchenbeteiligte und Politiker wissen, dass die Wärmepumpe die einzige Heizung ist, die sich auf Dauer durchsetzen wird", hieß es darin. "Nebelkerzen-Diskussionen um sogenannte Übergangstechnologien bis hin zu Grünen-Wasserstoff-Phantasien müssen endlich beendet werden."

Bereits in den heutigen Planungen für energetische Gebäudesanierungen sind Wärmepumpen im Grunde als zentrales Element vorgesehen. Trotzdem werden immer noch Förderungen vergeben, wenn sich Hausbesitzer eine neue Gasheizung einbauen lassen. "Wird heute ein neues Haus mit einer Gasheizung erstellt, ist es mit Fertigstellung schon veraltet. Wer sich in Bestandsbauten für einen neuen fossilen Brenner entscheidet, entscheidet sich für eine auslaufende Technik", kommentieren die Stiebel Eltron-Geschäftsführer Kai Schiefelbein und Nicholas Matten.

Die Heizung ist ein großer Hebel

Wärmepumpen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Kühlschrank: Der Umgebung wird Wärmeenergie entzogen, die dann auf der anderen Seite des Systems abgegeben werden kann. Bei einem Einsatz als Heizung wird hier aus der aufgewandten elektrischen Energie das Drei- bis Vierfache an Wärmeenergie generiert. Besonders umweltfreundlich arbeitet eine Wärmepumpe daher natürlich in Kombination mit einer hauseigenen Photovoltaikanlage oder einer anderen Stromversorgung aus regenerativen Quellen.

"Dank Umweltenergienutzung ist die Wärmepumpe den Öl- oder Gaskesseln in Sachen Effizienz um ein Vielfaches überlegen", führten die beiden Stiebel Eltron-Geschäftsführer aus. Die Quote ist hier sogar noch deutlich höher als bei Elektroautos im Vergleich zum Verbrenner. Und das gilt insbesondere dann, wenn man darauf hofft, eine Gasheizung irgendwann klimafreundlich mit grünem Wasserstoff betreiben zu können, der durch seine extrem aufwendige Herstellung wesentlich teurer sein wird.

Die Frage der Heizungs-Technik und auch der Dämmung von Gebäuden ist ein entscheidender Punkt in der Energiewende. Der Fokus der öffentlichen Debatte liegt hier zwar meist auf der Stromerzeugung und der Mobilität. Doch die Heizung unserer Gebäude macht deutlich mehr als ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs aus, so dass hier ein entsprechend großer Hebel angesetzt werden kann.

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