Wie Facebook das Datenleck "lösen" will? Gras drüber wachsen lassen

Facebook wurde vor kurzem zum Opfer eines riesigen Datenlecks und auch wenn man betont, dass es kein Hack war, so ist die Sache höchst un­angenehm für das Netzwerk. Nun ist eine interne Mail durch­gesickert, wie man alles ansprechen will: nämlich am besten gar nicht.
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Anfang April wurde bekannt, dass im Netz die persönlichen Informationen von 533 Millionen Facebook-Nutzern aufgetaucht sind. Es sind hierbei zwar keine Passwörter betroffen, der Datensatz ist aber voller sensibler Informationen, darunter Namen, IDs, Standorte, biographische Angaben, Telefonnummern und teils auch E-Mail-Adressen.

Facebook selbst versucht die Angelegenheit kleinzureden und informiert Betroffene nicht selbst, auch eine konkrete Entschuldigung hielt man bisher für nicht erforderlich. Seither hört man nichts mehr von diesem peinlichen Datenleck - und das ist eben kein Zufall, sondern Absicht.

Wie DataNews berichtet, ist das Schweigen von Facebook nämlich von Anfang an explizite Strategie. Die belgische Webseite hat nämlich eine Mail, die Facebook im Rahmen einer Presseanfrage in der Antwort mitschickte - aus Versehen wohlgemerkt, denn die Nachricht war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt - veröffentlicht. Der Spiegel konnte die Echtheit der E-Mail verifizieren.

"Aufregung wird sich schon legen"

In der Mail werden Mitarbeiter von der europäischen Kommunikationsabteilung angewiesen, dass sie in der Causa vor allem eines machen sollen: gar nichts. Denn früher oder später werde schlichtweg Gras über die Sache wachsen: "Da die Aufsichtsbehörden sich auf das Thema eingeschossen haben, solltet ihr davon ausgehen, dass der beständige Trommelschlag der Kritik in der Presse anhalten wird. Es ist aber wichtig zu wissen, dass sowohl die Berichterstattung als auch die Diskussion in sozialen Netzwerken weiter stetig nachlassen."

Bemerkenswert ist, dass man intern die Angelegenheit wesentlich ernster nimmt als man das nach außen vermittelt. Denn im öffentlichen Statement dazu wurde das Datenleck möglichst kleingeredet und als "Scraping" ohnehin zugänglicher Daten bezeichnet. Intern klingt das Ganze durchaus etwas anders: "Langfristig erwarten wir weitere solcher Scraping-Fälle und denken, dass es wichtig ist, sie zum einen als Problem der ganzen Branche darzustellen und zum anderen als regelmäßig auftretende Aktivität zu normalisieren."

Im Optimalfall wird sich die Aufregung von alleine legen, so Facebook, und dabei wolle man es auch belassen: "Angenommen, die mediale Berichterstattung lässt weiter nach, planen wir keine weiteren Statements zu dem Problem."

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