Schon wieder die IT: In Berlin sind jetzt alle Gerichte kaum arbeitsfähig

Längst ist es nicht nur ein Gericht, das in Berlin mit Computer-Problemen zu kämpfen hat. Aktuell liegen deutlich weitere Teile der Justiz in der Bundes­hauptstadt lahm. 40 Leute des landeseigenen IT-Dienstleisters versuchen derzeit die Probleme zu beheben. Es sei nicht so, dass die Berliner Gerichte überhaupt nicht arbeitsfähig wären, berichtete der öffentlich-rechtliche RBB unter Berufung auf die zuständige Senatsverwaltung. Wichtige Termine und angesetzte Verhandlungen würden wie geplant stattfinden. Darüber hinaus können die Angestellten in den Gerichten ihrer Arbeit aber nur sehr eingeschränkt nachgehen.

"Die Störung betrifft verschiedene Dienste und Komponenten und führt bei den Anwendern zu kurzfristigen temporären Nutzungseinschränkungen", wird Justizsprecher Sebastian Brux zitiert. Diese Einschränkungen sehen so aus, dass unvorhergesehen der Bildschirm einfriert oder die Netzwerkverbindung unterbrochen wird. Das ist bei einem Netzwerk-basierten Arbeiten, wie es den entsprechenden Einrichtungen nötig ist, schlicht nicht hinnehmbar.

Wohl keine Malware

Verantwortlich für den Betrieb der Infra­struktur ist das IT-Dienst­leistungs­zentrum (ITDZ), ein landes­eigenes Unter­nehmen. Hier sucht man inzwischen fieber­haft nach einer Ursache und Lösungs­möglichkeiten. Klar ist derzeit, dass es wohl nicht erneut zu einer Malware-Infektion kam. Erst vor einem Jahr war das Kammer­gericht von der Emotet-Ransomware ausge­schaltet worden. Über Monate zogen sich die Arbeiten hin, da sicher­heits­halber die komplette Hardware ausge­tauscht wurde.

Aktuell hat man im ITDZ ein Sicherheits-Update im Verdacht, das kürzlich eingespielt wurde. Normalerweise gehen einem solchen Schritt auch eigene Tests voraus, bei denen aber offenbar keine Probleme aufgefallen sind. Bis die Bugs nun beseitigt sind, werden bei Bedarf - wie etwa für die Protokollführer in den Gerichtsverhandlungen - kurzfristig alternative Arbeitsumgebungen bereitgestellt. Hierbei dürfte es sich einfach um Notebooks handeln, die über die nicht von den Problemen betroffenen VPN-Zugänge Zugriff auf benötigte Unterlagen bieten.

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