Razzien im Dieselskandal: Jetzt sind Fiat, Jeep, Alfa Romeo & Iveco dran

Der Vorwurf illegaler Manipulationen an der Software-Steuerung für die Abgasreinigung geht wohl an keinem Autohersteller vorbei. In mehreren Ländern haben Polizisten nun Standorte von Fiat, dessen Tochter-Marken und die LKW-Tochter Iveco durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte, die die Ermittlungen in Deutschland leitet, bestehe auch bei diesen Unternehmen der Verdacht, dass Abschaltvorrichtungen verbaut wurden, um falsche Tatsachen beim Schadstoff-Ausstoß vortäuschen zu können. Hierzulande wurden daher Niederlassungen durchsucht, ebenso wie in der Schweiz und in Fiats Mutterland Italien.

Die Razzien hatten das Ziel, verschiedene Beweismittel zu suchen und werden von der EU-Behörde Eurojust koordiniert. Dabei ging es um die Abschaltvorrichtungen, aber auch um Unterlagen zum Marketing, mit dem die betroffenen Fahrzeuge beworben wurden, und Informationen zu den Verantwortlichkeitsstrukturen im Konzern.

Halter sollen sich melden

Im Grunde geht es in der Sache um die gleichen Manipulationen, die auch schon in diversen anderen Automobilkonzernen zu Problemen führten: In den Fahrzeugen mit Diesel-Motoren sind Vorrichtungen enthalten, mit denen sich die standardisierten Prüfserien erkennen lassen. Während der Schadstoff-Prüfungen wird die leistungsmindernde Abgasreinigung dann zugeschaltet, während die Motoren im normalen Straßenbetrieb lieber ordentlich die Grenzwerte überschreiten, um die gewünschte Leistung bereitstellen zu können.

Das ist im Grunde auch Betrug gegenüber den Kunden. Denn diesen wird suggeriert, dass sie sich ein Fahrzeug gekauft haben, das sich beim Schadstoff-Ausstoß an die zulässigen Grenzwerte hält und nicht Gefahr läuft, bei einem genauen Hinsehen der Behörden vielleicht sogar stillgelegt zu werden. Die Polizei ruft die Halter der betroffenen Fahrzeuge der Marken Fiat, Jeep, Alfa Romeo und Iveco auf, sich als Geschädigte zu melden.

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