Geldwechsel-Gigant zahlt Millionen in Bitcoin an Ransomware-Erpresser

Der weltgrößte Betreiber von Wechselstuben Travelex hat Hackern eine Millionensumme in Form von Bitcoins gezahlt, nachdem das Unterneh­men zum Opfer einer folgenschweren Ransomware-Attacke wurde. Die Angreifer legten die Systeme des Unternehmens weitestgehend lahm.
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Travelex
Wie das Wall Street Journal berichtet, liegen jetzt erstmals genaue Angaben zu der von dem auf den Betrieb von Wechselstuben spezialisierten Unternehmen Travelex durchgeführten Ransomware-Attacke vor. Die Firma, welche auch in Deutschland und Europa zahlreiche Standorte betreibt, war um den Jahreswechsel angegriffen worden.

Zwar war der Angriff schon kurz nach dem dadurch verursachten Ausfall der internen Systeme des Unternehmens bekannt geworden, doch erst jetzt lieferte die Firma aus London genauere Details. Wie Travelex jetzt noch einmal bestätigte, entschied man sich auf Empfehlung von Experten hin dafür, die von den Erpressern geforderte Summe auch tatsächlich zu zahlen.

Millionen gezahlt, trotzdem noch günstig davon gekommen

Insgesamt zahlte Travelex den Angreifern 285 Bitcoins, was umgerechnet rund 2,35 Millionen US-Dollar entsprach. Erst danach konnte das Unternehmen die für die "Befreiung" seiner Systeme nötigen Crypto-Schlüssel erhalten, um seinen Betrieb wieder aufzunehmen. Ursprünglich war von einer mehr als doppelt so hohen Forderung der Angreifer die Rede. Kurz nach Bekanntwerden der Attacke war von sechs Millionen Dollar "Lösegeld" die Rede.

Travelex hatte seinen Betrieb nach der Attacke für den Großteil des Monats Januar einstellen müssen, wobei sowohl die öffentlich zugänglichen Teile der Websites und die Travelex-App als auch die internen Netze vollständig offline waren. Auch Geldlieferungen für größere Banken mussten in Folge der Ransomware-Attacke eingestellt werden.

Bisher ist noch immer unklar, wer hinter dem Angriff steckte. Bei Ransomware-Attacken wird eine Art Krypto-Trojaner auf die betroffenen Systeme geschleust, der dann einen Großteil der darauf abgelegten Daten verschlüsselt. Erst wenn die Opfer die geforderten Summen zahlen, erhalten sie im Gegenzug die für die Entschlüsselung nötigen Keys.
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