Trump-Regierung will Huawei die Fertigung eigener CPUs erschweren

Ranghohe Mitglieder der Trump-Regierung haben einem neuen Bericht zu­folge neue Maßnahmen gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller und Netzwerk-Ausrüster Huawei beschlossen. Man will offenbar massiv in die Lieferkette für Prozessoren und andere Chips eingreifen.
Logo, Usa, Huawei, trump, Flagge, Honor 20 Pro
Huawei / WinFuture
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld der US-Regierung berichtet, könnte Huawei nach dem Verbot einer direkten Kooperation mit US-Fir­men vor einem neuen Problem stehen: Die USA wollen sogar Chip-Herstellern untersagen, ihre Produkte an Huawei zu liefern, wenn diese unter Verwendung von Technologie von ame­ri­ka­ni­schen Firmen gefertigt werden.

Weltgrößter Chip-Vertragsfertiger TSMC im Fadenkreuz

Chiphersteller wie TSMC, Qualcomm, Broadcom, STMicro und andere müssten künftig eine Li­zenz bei der US-Regierung beantragen, um die Erlaubnis zur Lieferung von Chips an Huawei zu erhalten. Vor allem für TSMC dürfte dieser Schritt zu einem massiven Problem werden, denn der weltgrößte Vertragsfertiger für Smartphone-Prozessoren produziert einen Großteil der von Huawei entwickelten SoCs der Kirin-Serie, die in Geräten wie dem neuen Huawei P40 zum Einsatz kommen.

Die Kirin-Prozessoren stammen von der Huawei-eigenen Chipschmiede HiSilicon, die aber nicht über eigene Chipwerke verfügt. Wie diverse andere Chip-Anbieter wie Nvidia, AMD und Qualcomm setzt auch Huawei auf den taiwanischen Vertragsfertiger TSMC, der in seinen Wer­ken natürlich Maschinen von US-amerikanischen Spezialfirmen einsetzt.

Bis vor einigen Wochen war US-Präsident Trump allerdings eher gegen die bereits länger geplanten drastischen Maßnahmen zur Ein­schrän­kung von Huaweis Chip-Lieferkette, heißt es. Mittlerweile hat sich die diplomatische Si­tu­a­tion zwischen den USA und China auf­grund der wachsenden Ausbreitung des neu­ar­ti­gen Co­ro­na­vi­rus wieder verschlechtert, wobei zuletzt auch immer wieder die Ausweisung von Jour­na­lis­ten in beiden Ländern erfolgte.

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Com­pa­ny (TSMC) hatte früheren Berichten zufolge bereits begonnen, weniger Aufträge von Huawei anzunehmen. Wie alle anderen Chipfertiger nutzt der Konzern vor allem Pro­duk­tions­an­la­gen von US-Herstellern wie KLA Corp, Lam Research und Applied Materials, womit man in der Lage ist, hochmoderne und hochkomplizierte System-on-Chip-Designs um­zu­se­tzen, die in immer kleineren Strukturbreiten gebaut werden.
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!