Corona-Epidemie: China zensiert das Thema mitten im Epizentrum
Die Ausbreitung des Coronavirus hätte womöglich bereits vor Wochen deutlich gebremst werden können. Doch war es insbesondere in China, wo das Epizentrum der Epidemie liegt, nicht einmal möglich, über das Thema zu kommunizieren.
Bekannt ist inzwischen die Geschichte, nach der der Arzt, der zuerst mit der neuen Erkrankung zu tun hatte, von Behördenvertretern einen Maulkorb verpasst bekam. Seine Einschätzungen der Lage wurden lediglich als Panikmache in der Bevölkerung beurteilt. Allerdings geht die staatliche Zensur noch viel weiter und bis heute ist es auf wichtigen Online-Plattformen chinesischer Anbieter nicht möglich, über das Thema zu sprechen.
Die kanadische Organisation Citizen Lab hat verschiedene Experimente mit den großen Online-Plattformen durchgeführt - teils in China selbst, teils auch auf den international bereitgestellten Apps. Dabei zeigte sich unter anderem, dass vor allem der Messenger WeChat, der in China eine ähnlich wichtige Rolle in der Kommunikation spielt wie WhatsApp bei uns, hochgradig zensiert wird. Erste Versuche im Januar förderten 132 Schlüsselwörter und Wortkombinationen zutage, die für eine Blockade der Nachricht sorgen. Die Zahl ist bis Mitte Februar auf 516 gestiegen.
Der chinesische Messenger wird monatlich von einer Milliarde aktiver Nutzer eingesetzt. Natürlich lassen sich kaum konkrete Schätzungen anstellen, aber man kann sich vorstellen, dass die Ausbreitung der Infektionen wahrscheinlich geringer ausgefallen wäre, wenn die Anwender sich über das Problem hätten austauschen und sich warnen können.
Siehe auch: Coronavirus: iPhone-Bauer Foxconn will bald wieder normal arbeiten
Die kanadische Organisation Citizen Lab hat verschiedene Experimente mit den großen Online-Plattformen durchgeführt - teils in China selbst, teils auch auf den international bereitgestellten Apps. Dabei zeigte sich unter anderem, dass vor allem der Messenger WeChat, der in China eine ähnlich wichtige Rolle in der Kommunikation spielt wie WhatsApp bei uns, hochgradig zensiert wird. Erste Versuche im Januar förderten 132 Schlüsselwörter und Wortkombinationen zutage, die für eine Blockade der Nachricht sorgen. Die Zahl ist bis Mitte Februar auf 516 gestiegen.
Schweigen im digitalen Wald
Aber auch andere Plattforen sind betroffen - so beispielsweise YY, ein Videostreaming-Dienst, der in China die Rolle von Twitch einnimmt. Hier sind 45 Begriffe rund um das Coronavirus auf der Blacklist gelandet. Allerdings erfolgt die Zensur hier direkt in der App, während der Server-seitige Ansatz bei WeChat viel flexibler und weitgehender ist.Der chinesische Messenger wird monatlich von einer Milliarde aktiver Nutzer eingesetzt. Natürlich lassen sich kaum konkrete Schätzungen anstellen, aber man kann sich vorstellen, dass die Ausbreitung der Infektionen wahrscheinlich geringer ausgefallen wäre, wenn die Anwender sich über das Problem hätten austauschen und sich warnen können.
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