Chrome-Entwickler: Kein Privatsphäre-Schutz wegen Sorge um Werbung
Google hält sich, anders als Mozilla und Opera, bei der Einführung eines generellen Trackingschutzes für seinen Web-Browser Chrome noch immer zurück. Jetzt lieferte ein führender Mitarbeiter des weltgrößten Werbevermarkters und Internetkonzerns dafür eine Erklärung.
Justin Schuh, der im Chrome-Team als Engineering Manger for Trust and Safety tätig ist, erklärte laut den Kollegen von Cnet anlässlich einer Konferenz, dass man bei Google natürlich auch der Meinung ist, der Schutz der Privatsphäre der Internet-Nutzer sei äußerst wichtig. Doch gleichzeitig dürfe man nicht zu schnell zu starke Veränderungen herbeiführen, um das Internet als Ganzes nicht zu gefährden.
Bei der Reichweite und der großen Nutzerzahl von Chrome sei es "nicht sinnvoll", zu schnell zu agieren, weil dies schädliche Auswirkungen haben könne, so Schuh. Der Großteil der heute im Internet erhältlichen Inhalte werde durch Einnahmen aus Werbung finanziert, doch würden die Werbetreibenden wohl lieber auf Werbung in Apps setzen, wenn sie ihre Ziele nicht mehr im "normalen" Web erreichen können, hieß es weiter.
Unterstützung erhielt Schuh von Eric Lawrence, heute Programm-Manager für Networking und Privacy bei Microsoft, der zwischenzeitlich auch für Google mit an Chrome arbeitete und heute wieder bei Microsoft ist, um den Edge-Browser zu entwickeln. Als "Gigant muss man sich langsamer bewegen", so Lawrence, wobei sich Google wie ein "verantwortungsvoller Gigant" verhalte.
Dies bedeutet, dass der Konzern lieber vorsichtige Veränderungen vornimmt, als radikal vorzugehen und drastische Einschnitte wie eine vollständige Abschaltung oder Blockade aller Tracking-Versuche zu erzwingen. Entsprechende Maßnahmen werden mittlerweile von Apple, Mozilla, Opera und auch Microsoft selbst ergriffen, doch stellte sich erst kürzlich heraus, dass sich mit einigem Aufwand aus der Tracking-Blockade wiederum ein Werkzeug zum Tracking konstruieren lässt, wie Google-Experten anhand von Apples Safari nachweisen konnten.
Bei der Reichweite und der großen Nutzerzahl von Chrome sei es "nicht sinnvoll", zu schnell zu agieren, weil dies schädliche Auswirkungen haben könne, so Schuh. Der Großteil der heute im Internet erhältlichen Inhalte werde durch Einnahmen aus Werbung finanziert, doch würden die Werbetreibenden wohl lieber auf Werbung in Apps setzen, wenn sie ihre Ziele nicht mehr im "normalen" Web erreichen können, hieß es weiter.
Google ist selbst der größte Online-Werbevermarkter
Bei Schuhs Äußerungen muss bedacht werden, dass Google Chrome im Grunde auch nur ein weiteres Werkzeug für den Internetkonzern ist, mit dem man versucht, die eigene Tätigkeit als weltgrößter Vermarkter von Internetwerbung zu unterstützen. Sollte also das Tracking in Chrome schwerer werden, würden wohl weniger Werbekunden ihre Banner und anderen Marketing-Maßnahmen über Google abwickeln, wobei der US-Konzern noch immer größtenteils von den Einnahmen aus diesem Geschäft abhängig ist.Unterstützung erhielt Schuh von Eric Lawrence, heute Programm-Manager für Networking und Privacy bei Microsoft, der zwischenzeitlich auch für Google mit an Chrome arbeitete und heute wieder bei Microsoft ist, um den Edge-Browser zu entwickeln. Als "Gigant muss man sich langsamer bewegen", so Lawrence, wobei sich Google wie ein "verantwortungsvoller Gigant" verhalte.
Dies bedeutet, dass der Konzern lieber vorsichtige Veränderungen vornimmt, als radikal vorzugehen und drastische Einschnitte wie eine vollständige Abschaltung oder Blockade aller Tracking-Versuche zu erzwingen. Entsprechende Maßnahmen werden mittlerweile von Apple, Mozilla, Opera und auch Microsoft selbst ergriffen, doch stellte sich erst kürzlich heraus, dass sich mit einigem Aufwand aus der Tracking-Blockade wiederum ein Werkzeug zum Tracking konstruieren lässt, wie Google-Experten anhand von Apples Safari nachweisen konnten.
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