Koks war gestern: Pablo Escobars Bruder bringt Handy mit Falt-Display

Die Technikwelt treibt manchmal sehr spezielle Blüten: Ein Beispiel kommt jetzt aus Kolumbien, denn der Bruder des inzwischen verstorbe­nen ehemaligen Drogenkönigs Pablo Escobar bietet jetzt ein Smartphone mit Falt-Display an. Das Gerät ist im Vergleich extrem günstig.
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Escobar Inc
Die Ankündigung des Escobar Fold 1 klingt absurd. Mit dem Familiennamen als Markenname will Roberto de Jesus Escobar Gaviria, Bruder von Pablo Escobar, jetzt gegen erheblich teurere Produkte von bekannten Herstellern wie Motorola, Samsung und Huawei antreten - mit einem eigenen Smartphone mit Falt-Display. Das Gerät soll uneingeschränkt nutzbar sein und mit einer überraschend guten Ausstattung für vergleichsweise wenig Geld angeboten werden.

Escobar Fold 1Escobar Fold 1Escobar Fold 1Escobar Fold 1

Das Escobar Fold 1 wird mit allerhand nackter Haut auf der Produktseite beworben, wobei bisher nur recht begrenzte Informationen zu dem Produkt vorliegen. Fest steht aber angeblich, dass das Gerät mit einem 7,8 Zoll großen Bildschirm "FHD+"-Auflösung von 1920x1440 Pixeln daherkommt, wobei diese Angaben den ausgeklappten Zustand betreffen.

Unter der Habe steckt in dem bisher nur in Form von Prototypen gezeigten Smartphone, das vermutlich von einem chinesischen White-Label-Hersteller kommt, angeblich ein Qualcomm Snapdragon 855-SoC. Der Chip steckt in vielen aktuellen Top-Smartphones. Dies überrascht insofern, als dass Escobar das Smartphone mit Faltbildschirm zu einem Preis von nur 349 Dollar anbieten will - ohne Verträge oder ähnliches.

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Für nur 499 Dollar soll es neben der mit sechs Gigabyte RAM und 128 GB internem Flash-Speicher ausgerüsteten Basisversion auch noch eine Variante mit acht GB RAM und 512 GB internem Speicher geben. Zur Ausstattung gehören grundsätzlich auch noch eine 20- und eine 16-Megapixel-Kamera. Als Betriebssystem dient offensichtlich eine Variante von Android 9.0 "Pie".


Liest man sich das Datenblatt zum Fold 1 auf der Website der Escobar Inc. genauer durch, wird schnell klar, womit wir es hier zu tun haben. Design und Spezifikationen deuten stark darauf hin, dass hier versucht wird, das Ende 2018 bzw. Anfang 2019 vorgestellte Royole Flexpai noch einmal neu zu vermarkten. Der Anbieter ist eine in Großbritannien angemeldete Firma namens Pablo Phone Ltd., die den Namen Escobar lizenziert hat und den weltweiten Vertrieb übernimmt. Schaut man etwas genauer hin, wird klar, dass man hier offenbar ein Royole Flexpai mit aufgeklebten goldenen Streifen und riesigen Logos erwirbt.

Das Royole Flexpai war immer wieder wegen der Probleme mit seinem aus Kunststoffen gefertigten Display kritisiert worden, weil das Gerät recht unausgereift wirkte. Ob sich dies mittlerweile geändert hat, ist derzeit noch unklar. Wer sich gern vom Mitgründer eines kolumbianischen Drogenkartells ein per Re-Branding aufgehübschtes Smartphone mit Falt-Display aus dem Jahr 2018 für spärliche 350 Dollar zulegen will, hat nun wohl die einmalige Chance.
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