Forschung ist Zucker: Wichtiger Erbgutbaustein in Meteorit gefunden

Schon lange gibt es Theorien, dass wichtige Bausteine für die Entstehung von Leben durch Meteoriten auf die noch junge Erde gebracht wurden. Jetzt haben japanische Forscher in einem der Himmelskörper Zucker­moleküle entdeckt, die ein zentraler Bestandteil der RNA sind.
Modell, Molekül, Atome
Flickr: net_efekt

Bausteine für das Leben fliegen huckepack auf Meteoriten durchs All

Das Leben, wie wir es kennen, setzt voraus, dass ganz bestimmte Moleküle in der richtigen Umgebung zusammenfinden. Auf der Suche nach diesem Rezept des Lebens bringen Forscher immer wieder auch Meteoriten ins Spiel, wenn es um die Herkunft dieser wichtigen Bausteine auf der Erde geht. Wie heise berichtet, haben jetzt japanische Forscher von der Tohoku Universität in Sendai bei der Untersuchung eines Meteoriten den für die Bildung von Leben bedeutenden Zucker Ribose entdeckt. Das Erbgutmolekül RNA nutzt diesen Zucker als zentralen Baustein.


Wie die Forscher bei ihrer Untersuchung ermittelt haben, liefert die Kohlenstoff-Zusammen­setzung einen deutlichen Hinweis auf eine außerirdische Herkunft des Zuckers - Die Schluss­folgerung: Der Meteorit passt perfekt in das Puzzle um die Theorie der extraterrestrischen Herkunft wichtiger Lebensbausteine. Wie die Wissenschaftler ausführen, könnte Ribose auf der noch jungen Erde "sowohl für die Speicherung von Information als auch das Anstoßen von Reaktionen in primitiven Leben" eine wichtige Rolle gespielt haben. "Die Entdeckung von extraterrestrischen Zuckern in Meteoriten impliziert die Möglichkeit, dass diese (...) Zucker zur Formung funktionaler Bio-Polymere wie RNA beigetragen haben", so die Wissenschaftler.

Kohlige Chondriten mit Zuckerguss

Wie heise in seinem Bericht schreibt, hatten sich die Wissenschaftler drei sogenannte kohlige Chondriten - ein besonders kohlenstoff­haltiger Meteoriten-Typ - zur Untersuchung vorgenommen, von denen einer bereits 1969 im australischen Victoria aufgeschlagen war und bei ersten Untersuchungen Zeichen für extraterrestrische Zuckermoleküle gezeigt hatte. Die neue Vergleichs-Analyse der japan­ischen Wissenschaftler legt nahe, dass es auch nicht-biologische Umgebungen wie das Weltall zulassen, dass sich biologisch wichtige Moleküle bilden.

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