Auf Mond- und Marsbasen: "HAL9000"-Enkel soll das Überleben sichern

Roboter, Künstliche Intelligenz, Auge, Sehen Bildquelle: Public Domain
Seine Entwickler bezeichnen ihn scherzhaft als "HAL9000" - den berüchtigten Computer aus "2001 - Odyssee im Weltraum". Unter dem Namen "CASE" arbeitet ein Team an einer künstlichen Intelligenz, die der Menschheit bei der Eroberung neuer Welten helfen soll, indem sie die Steuerung wichtiger Funktionen übernimmt.

HAL9000 heißt eigentlich CASE und soll die Weltraumforschung erleichtern

HAL9000 ist wohl eines der berühmtesten Computersysteme - steht der intelligente Bordcomputer aus dem Roman "2001 - Odyssee im Weltall" doch für die Idee, was passieren kann, wenn eine künstliche Intelligenz zu dem Schluss kommt, dass die Menschen für den Abschluss seiner Aufgabe hinderlich sind. Bei einem neuen KI-Projekt werden jetzt eindeutig Erinnerungen an diese Antiutopie wach.


"Wenn Menschen mich fragen, woran ich arbeite, ist die einfachste Antwort: ‚Ich baue HAL9000′", so der KI-Forscher Pete Bonasso von der US-Firma TRACLabs Inc laut dem Bericht von Scinexx. Mit seinem Forschungsteam arbeitet er unter der offiziellen Überschrift "CASE" an einem KI-System, das wie sein Roman-Vorbild in der Zukunft Raumstationen und Außenposten auf Mond und Mars weitgehend eigenständig steuern soll. Der erste Prototyp konnte sich jetzt in einem simulierten Test beweisen, im nächsten Schritt soll er bei Analog-Missionen der NASA zum Einsatz kommen.

Ki mit drei Ebenen

Wie die Wissenschaftler beschreiben, wurde CASE aus drei Hauptebenen aufgebaut, die eine umfassende Steuerung aller wichtigen Funktionen einer Station oder Basis erlauben sollen. "CASE hat beispielsweise Prozeduren, die regeln, wie er Akkus mit Strom versorgen kann, einen Rover laden und zur Probennahme schicken oder die Sauerstofferzeugung und Kohlendioxid-Filtersysteme zu starten und zu unterhalten", erklärt Bonasso. "Diese Routinen geben letztlich den Kontrollern der ersten Ebene die entsprechenden Befehle."

Wirklich komplex wird CASE auf der dritten Ebene, die eine angepasste Planung und Koordination von anstehenden Arbeiten erlauben soll. "Beispielsweise, wenn Luftfilter ausgewechselt werden müssen und Astronauten mit dem Rover zu einem nahen Seebecken fahren wollen, um dort Proben zu nehmen", so der Forscher. Dann ist es an dem System selbst, zu entscheiden, welche Prozeduren in welcher Reihenfolge abgewickelt werden.

"Unser System kann aber nicht nur die Aktivitäten rund um die Planetenbasis auswählen und planen, er kann auch automatisch umplanen, wenn Probleme auftreten wie kaputte Motoren oder ein sich anbahnender Staubsturm", betont Bonasso. "Wir haben ein Dialog-Managementsystem entwickelt, das es Menschen erlaubt, Fragen zu stellen, Befehle zu erteilen oder vor drohenden Gefahren gewarnt zu werden", so der Forscher weiter. Eines will Bonasso dann aber auch im Bezug auf die Parallelen mit HAL9000 ganz klarstellen: "Wir haben nicht vor, Paranoia in dieses System zu integrieren."


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