Fairphone 3: 'Faires', reparierbares Smartphone mit aktueller Technik

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Die niederländische Organisation Fairphone hat heute mit dem Fairphone 3 die dritte Ausgabe ihres modularen Smartphones mit Anspruch auf Nachhaltigkeit vorgestellt. Das neue Modell bringt einige grundlegende Veränderungen mit sich, vor allem aber ist es von Anfang an deutlich moderner als seine Vorgänger, steckt hier doch tatsächlich derzeit aktuelle Technik unter der Haube. Das Fairphone 3 soll eine nachhaltige Alternative zu den Smartphones normaler Hersteller sein, wobei die Macher vor allem daran gearbeitet haben, die dabei verwendeten Edelmetalle und seltenen Erden aus Quellen zu beziehen, die sie auf eine für die Umwelt und die beteiligten Menschen schonende Art gewonnen haben. Sonderlich günstig ist das Gerät dadurch nicht, denn in Deutschland liegt die Preisempfehlung bei stattlichen 450 Euro. Ein Smartphone mit ähnlicher Hardware ist normalerweise bei Herstellern ohne ökologischen und sozialen Anspruch zu Preisen ab rund 150 Euro zu haben.


Beim Fairphone 3 stellt man neben den genannten Aspekten aber auch die Reparierbarkeit in den Mittelpunkt, so dass das Gerät bis zu einem gewissen Grad modular gestaltet ist. Der Kunde kann Akku, Display, Kamera, Lautsprecher und Anschlüsse sowie den Mittelrahmen und die Gehäuserückseite bei Bedarf ohne großen Aufwand selbst austauschen und so die Lebensdauer des Smartphones deutlich verlängern. Entsprechende Ersatzteile will der Hersteller wie bisher über seine Website verkaufen.

Technisch entspricht das Fairphone 3 einem aktuellen Smartphone der unteren Mittelklasse. Vorbei sind die Zeiten, in denen man auf eine Plattform setzte, die vor einigen Jahren noch als High End galt: der jetzt verwendete Qualcomm Snapdragon 632 Octacore-SoC bietet eine Leistung, die nach aktuellem Stand am unteren Ende der Performance-Skala angesiedelt ist.
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Dennoch reicht die Power für die meisten Nutzer wohl mehr als aus und übertrifft das Vorgängermodell gar um mehr als das Doppelte. Der Chip bietet acht Kerne mit einer maximalen Taktrate von 2,2 Gigahertz und wird mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 GB internem Flash-Speicher ausgerüstet, wobei sich letzterer ohne weiteres per MicroSD-Karte erweitern lässt. Fairphone 3 NDARückenplatte, Akku, Hauptrahmen, Module, Display - das Fairphone 3

Modernes Display und High-End-Kamera

Das Display wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich modern, verzichtet man doch ebenso auf eine "Notch" wie auf besonders schmale Ränder. Stattdessen versucht Fairphone wohl auch hier eine gewisse Widerstandsfähigkeit umzusetzen - und sei es durch etwas breitere Ränder. Das Panel selbst ist ein 5,7 Zoll großes LCD, das mit 2160x1080 Pixeln arbeitet und im 18:9-Format gehalten ist. Es verfügt über eine Abdeckung aus Gorilla Glass 5, das vor Schlägen und Kratzern schützen soll.

Bei der Kamera handelt es sich um einen einzelnen 12-Megapixel-Sensor mit f/1.8-Blende, der zwar nicht sonderlich hoch auflöst, dennoch aber anscheinend zu den Besseren gehört, bietet er doch Dual-Pixel-Autofokus. Dieses Feature findet man zum Beispiel in Geräten wie der Google Pixel-Serie und ist dem hier verbauten Sony IMX363-Kamerasensor zu verdanken. Fairphone 3Fairphone 3 Es sorgt für eine besonders schnelle und akkurate Fokussierung. Die Frontkamera nutzt einen 8-Megapixel-Sensor, der für die meisten Nutzer ebenfalls vollkommen ausreichen sollte. Anders als die im Hauptrahmen des Telefons verbauten wichtigsten Komponenten rund um CPU und Speicher kann man die Kameras netterweise austauschen.

Gefunkt wird hier mit den aktuellen Standards, wobei 5G natürlich ein bisher für die Fairphone-Macher uninteressantes Thema ist. Stattdessen werden 4G/LTE, Dual-SIM, ac-WLAN, Bluetooth 4.2 und NFC unterstützt, während die Energieversorgung mit einem modernen USB Typ-C-Anschluss erfolgt. Fairphone 3 NDAFairphone 3: ein austauschbarer Akku ist inzwischen eine Seltenheit Apropos Akku: dieser bietet eine Kapazität von 3000mAh, lässt sich vom Nutzer problemlos auswechseln und kann per Qualcomm QuickCharge 3.0 auch schnell geladen werden. Auf Wunsch kann der Nutzer aber auch einen sogenannten "Eco-Charge-Modus" nutzen. Dieser lädt das Gerät schonender und hilft so, die Lebensdauer zu verlängern. Auf der Rückseite bringt Fairphone außerdem einen Fingerabdruckleser unter, mit dem sich das "faire" Smartphone problemlos und zügig entsperren lässt.

Mit seinen beiden Lautsprechern dürfte das Fairphone 3 einen recht ordentlichen Klang liefern, während ein Kopfhöreranschluss dafür sorgt, dass man auch in 10 Jahren noch analoge Headsets verwenden kann. Mit 9,89 Millimetern Bauhöhe und einem Gewicht von 187,4 Gramm bewegt sich das Fairphone 3 auf einem aktuell normalen Niveau. Zum Lieferumfang gehört übrigens auch ein Bumper-Case für das aus halbtransparentem Kunststoff gefertigte Gehäuse.

Als Betriebssystem ist hier Android 9.0 "Pie" in einer weitestgehend unveränderten Version im Einsatz, wobei zu hoffen bleibt, dass Fairphone eine relativ zeitnahe Aktualisierung auf Android 10 hinbekommt. Immerhin will man über ganze fünf Jahre Software- und Update-Support bieten. Die Fertigung des "nachhaltigen" Telefons erfolgt übrigens in Kooperation mit dem taiwanischen Vertragsfertiger Arima Communications, bei dem die Fairphone-Macher sicherstellen wollen, dass alle Mitarbeiter in dessen Werk im chinesischen Suzhou unter guten Bedingungen tätig sind.

Das Fairphone 3 wird ab dem 3. September 2019 sowohl über die Website des Herstellers als auch über den deutschen Reseller Mobilcom-Debitel zu haben sein.

Preise der austauschbaren Bauteile und Komponenten des Fairphone 3:
  • Display: 89,95 Euro
  • Kamera-Modul: 49,95 Euro
  • Top-Modul: 29,95 Euro
  • Lautsprecher-Modul: 19,95 Euro
  • Bottom-Modul 19,95 Euro
  • Rücken-Cover: 14,95 Euro
  • Akku: 29,95 Euro

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