Studie: Auch 2100 werden Männer Computerwissenschaften dominieren

Computerwissenschaften sind bis heute eine echte Männerwelt, geht es nach einer neuen Studie, sieht es auch für den Rest des Jahrhunderts nicht gut aus mit der Gleichberechtigung in diesem Feld. Demnach ist erst 2137 damit zu rechnen, dass annähernd so viele Frauen wie Männer in dem Bereich tätig sind.

Ein Feld, das auf Jahre hinaus von Männern dominiert sein wird

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik - mit dem Initialwort MINT-Fächer abgekürzt - sind weitgehend von Männern dominiert. Jetzt hat sich eine Studie des Seattler Allen Institute for Artificial Intelligence darum bemüht zu untersuchen, wann damit zu rechnen ist, dass ungefähr gleich viele Frauen wie Männer in diesen Bereichen beschäftigt sein werden. "In den Computerwissenschaften und anderen MINT-Fächern werden diese Art der Geschlechtsunterschiede wiederholt als Problem genannt", so die Studienautorin Lucy Lu Wang gegenüber GeekWire.

Wie Wang ausführt, gebe es aktuell viele Bemühungen, hier für einen "ausgeglicheneren Status" zu sorgen. Die aktuelle Datenlage deute aber darauf hin, dass trotz der Fortschritte noch lange keine signifikante Änderung der Frauenanteile zu erwarten ist. Wang fußt diese Annahme unter anderem auf die Auswertung von Studien-Autoren von fast 2,9 Millionen Forschungspapieren, die zwischen 1970 und 2018 veröffentlicht wurden - dafür wurde die Semantic Scholar mit der sogenannten Gender API durchsucht.

Das Ergebnis: Der Jahrestrend zeigt einen starken Anstieg von weiblichen Autoren von 17 Prozent im Jahr 1970 auf 27 Prozent im letzten Jahr. Werden diese Werte in die Zukunft projiziert, "flacht sich dieser Aufstieg zu schnell ab", so die Wissenschaftler: "Unter unseren optimistischsten Prognose-Modellen, wird eine Gleichstellung der Geschlechter im Jahr 2100 erreicht."

Eher im Jahr 2137

Ein realistisches Szenario sieht erst im Jahr 2137 den Punkt erreicht, an dem weibliche Autoren mit 45 Prozent der wissenschaftlichen Arbeiten in diesem Feld einen Wert erreicht haben, den die Studienmacher als Gleichheit definieren. Zum Abgleich wurde eine ähnliche Untersuchung im biomedizinischen Bereich durchgeführt. Hier sieht die Prognose schon 2048 eine annähernde Ausgewogenheit der Geschlechter bei Arbeiten.

Geht es nach Wang, sind diese Werte nicht in Stein gemeißelt: "Wenn wir die Rate der Veränderung um ein paar Prozentpunkte beeinflussen können, dann reden wir darüber, den Frauen eine bessere Chance zu geben, zu veröffentlichen. Das wäre eine wirklich dramatische Veränderung."
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