Schrödingers Überwachung:
Keine und doch eine Hintertür in WhatsApp
Das Bundesinnenministerium versucht hinsichtlich seiner Bestrebungen, Messenger abhörbar zu machen, zurückzurudern - und stellt sich dabei reichlich ungeschickt an. Nach massiven Protesten weist man den Vorwurf, Hintertüren zu verlangen, weit von sich. Abhören will man aber trotzdem unbedingt können.
"Wir wollen weiterhin keine Hintertüren oder Verschlüsselungsverbote", erklärte ein Sprecher des Ministeriums jetzt gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Das klingt deutlich anders als die Forderung des Chefs des Hauses, Horst Seehofer, wonach die Messenger-Anbieter auf gerichtliche Verfügung hin die Inhalte von Gesprächen herausrücken oder aber die Messenger untersagt werden sollen.
Das Problem bei dem vermeintlichen Sinneswandel: Es ist schlicht keiner. Denn man will trotzdem einen staatlichen Zugriff haben - als gesetzlich geregelte Ausnahme. Das solle verhindern, dass Terroristen oder Mitglieder krimineller Banden ihre Kommunikation komplett vor der Strafverfolgung abschotten. Wie man allerdings an die Inhalte einer Ende-zu-Ende-verschlüsselten Verbindung kommen will, indem man sich diese vom Provider übermitteln lässt, und das auch noch unter Verzicht auf eine Hintertür, wäre wirklich spannend zu erfahren.
Aus Protest gegen die von Seehofer verkündeten Pläne hatte eine breite Sammlung von Organisationen und Unternehmen einen gemeinsamen offenen Brief verfasst. Hier fanden recht unterschiedliche Kräfte von den bekannten Netzaktivisten über Wirtschaftsverbände bis hin zur FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung zusammen.
Siehe auch: Seehofer verlangt Hintertür oder Sperre von Whatsapp, Telegram & Co.
Das Problem bei dem vermeintlichen Sinneswandel: Es ist schlicht keiner. Denn man will trotzdem einen staatlichen Zugriff haben - als gesetzlich geregelte Ausnahme. Das solle verhindern, dass Terroristen oder Mitglieder krimineller Banden ihre Kommunikation komplett vor der Strafverfolgung abschotten. Wie man allerdings an die Inhalte einer Ende-zu-Ende-verschlüsselten Verbindung kommen will, indem man sich diese vom Provider übermitteln lässt, und das auch noch unter Verzicht auf eine Hintertür, wäre wirklich spannend zu erfahren.
Lösung dringend gesucht
Der Sprecher des Ministeriums hatte darauf erst einmal keine Antwort. Man sei noch am Anfang einer Lösungsfindung, hieß es. Damit dürfte man im Zweifel allerdings länger beschäftigt sein. Denn ohne eine gravierende Schwächung in der Sicherheit einer Verschlüsselung lässt sich nicht standardisiert auf die Inhalte zugreifen. Gegen eine gute Ende-zu-Ende-Krypto hilft nur das Ablauschen auf den Endgeräten der Nutzer durch Staatstrojaner.Aus Protest gegen die von Seehofer verkündeten Pläne hatte eine breite Sammlung von Organisationen und Unternehmen einen gemeinsamen offenen Brief verfasst. Hier fanden recht unterschiedliche Kräfte von den bekannten Netzaktivisten über Wirtschaftsverbände bis hin zur FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung zusammen.
Siehe auch: Seehofer verlangt Hintertür oder Sperre von Whatsapp, Telegram & Co.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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