Privatsphäre als "Luxusgut":
Apple reagiert auf die Kritik von Google
Zwischen Google und Apple gibt es derzeit einige Verstimmungen und zwar beim Thema Privatsphäre. Denn der Konzern aus Mountain View wirft dem Konkurrenten aus Cupertino vor, Privatsphäre zu einem Luxusgut zu machen. Dem widersprach Craig Federighi, Software-Chef von Apple, nun in einem Interview.
Ausgangspunkt der aktuellen Debatte ist ein Gastbeitrag von Sundar Pichai in der New York Times. Der Google-Chef hat Anfang Mai geschrieben, dass Privatsphäre kein "Luxusgut sein darf, das nur jenen Leuten angeboten wird, die sich Premium-Produkte und -Dienste leisten können". Apple nannte er dabei nicht explizit, es bestehen aber keine Zweifel, an wen diese Aussage adressiert war.
Der Google-Chef hatte den Seitenhieb damals bewusst platziert, denn gleichzeitig kündigte der Konzern an, dass er künftig weniger Daten sammeln wird. Denn für personalisierte Werbung braucht man weniger Daten als man bislang erfasst hat. Das kann man sicherlich als Flucht nach vorne bezeichnen, denn dem Suchmaschinenriesen ist Kritik in Bezug auf Privatsphäre natürlich alles andere als fremd.
Ein Hintergrund der Google-Kritik war ein Apple-Werbespot, in dem der iPhone-Hersteller erklärt hat, dass "Privatsphäre zählt" - das aber eben auf rund 1000 Dollar teure iPhones bezieht. In einem Interview mit dem britischen Independent hat Craig Federighi nun auf den Vorwurf reagiert und gemeint, dass er das Luxusgut-Argument von sich weist.
Auch von Federighi gab es einen Seitenhieb (ohne Namensnennung): Er meinte, dass es mehr bedarf "als ein paar Monate und einige Pressemitteilungen", um die Geschäftspraktiken von Unternehmen zu ändern, die sich auf Datensammeln verlassen.
Der Google-Chef hatte den Seitenhieb damals bewusst platziert, denn gleichzeitig kündigte der Konzern an, dass er künftig weniger Daten sammeln wird. Denn für personalisierte Werbung braucht man weniger Daten als man bislang erfasst hat. Das kann man sicherlich als Flucht nach vorne bezeichnen, denn dem Suchmaschinenriesen ist Kritik in Bezug auf Privatsphäre natürlich alles andere als fremd.
Ein Hintergrund der Google-Kritik war ein Apple-Werbespot, in dem der iPhone-Hersteller erklärt hat, dass "Privatsphäre zählt" - das aber eben auf rund 1000 Dollar teure iPhones bezieht. In einem Interview mit dem britischen Independent hat Craig Federighi nun auf den Vorwurf reagiert und gemeint, dass er das Luxusgut-Argument von sich weist.
Produkte für alle
Laut dem Software-Chef des Unternehmens wolle Apple seine Produkte an "jeden, dem wir können", verkaufen und Federighi meint auch, dass Apple-Geräte "sicherlich nicht nur ein Luxus" seien. Die unterschiedlichen Standpunkte ergeben sich auch aus einem unterschiedlichen Geschäftsmodell: Denn Apple verkauft seine Hardware zu einem hohen Preis, muss dafür aber später kaum Daten sammeln. Bei Google, Android und den Partnern ist es umgekehrt: Services und Hardware sind günstig und im Fall der Dienste teils sogar kostenlos, man "bezahlt" das aber eben mit der Privatsphäre.Auch von Federighi gab es einen Seitenhieb (ohne Namensnennung): Er meinte, dass es mehr bedarf "als ein paar Monate und einige Pressemitteilungen", um die Geschäftspraktiken von Unternehmen zu ändern, die sich auf Datensammeln verlassen.
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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