Arbeitgeber angeschwärzt:
Software-Industrie bezahlt Informanten

Software-Unternehmen sind nicht nur bereit, Sicherheitsforscher für die Meldung von Schwachstellen zu bezahlen. Nutzer können auch ohne entsprechende Fachkenntnisse Belohnungen kommen, wenn sie ihre Arbeitgeber wegen des Einsatzes nicht lizenzierter Anwendungen bei den Herstellern verpfeifen.
Recht eindrucksvoll zeigt dies ein aktueller Fall aus Australien. Hier hatte der Branchenverband The Software Alliance (vormals Business Software Alliance, BSA) ein Industrieunternehmen verklagt. Diesem wurde vorgeworfen, in großem Stil Software einzusetzen, für die keine ordnungsgemäßen Lizenzen erworben wurden. Dabei ging es um Applikationen für den CAD-Bereich, Datenanalysen und andere Produktivitäts-Anwendungen.

Zu einem Urteil kam es in dem Prozess letztlich nicht, weil das beklagte Unternehmen einwilligte, im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs Schadensersatz in Höhe von rund 115.000 Dollar zu entrichten, so geht es aus einem CRN-Bericht hervor. An welchen oder welche BSA-Mitglieder das Geld ging, ist nicht näher erklärt. Zu dem Verband gehören aber viele große Anbieter wie Adobe, Apple, IBM, Microsoft und mehr.

Geld ist Futter für die Moral

Auf die Schliche war man der Firma aufgrund von Hinweisen eines Angestellten gekommen. Und für diesen lohnte sich das - die Rede ist hier von einer Belohnung in Höhe von über 7.000 Dollar. Der Informant erklärte auf Nachfrage der Medien, dass er keineswegs aus einem Groll gegenüber seinem Arbeitgeber oder aufgrund der Spekulation auf eine Belohnung so gehandelt habe.

Vielmehr stellte er seine Hinweise an die BSA als Ergebnis seiner persönlichen Moral und Ethik dar. Es habe sich schlicht nicht richtig angefühlt, mit illegalen Software-Kopien zu arbeiten und sich so einen Geschäftsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen, die regulär für ihre Arbeitsmittel zahlt. Ob dies den Tatsachen entspricht, kann man glauben oder nicht - fest steht aber, dass eine solche Belohnung durchaus ein lohnender Anreiz auch für andere Beschäftigte sein kann.

Siehe auch: BSA: Über die Hälfte der PC-Nutzer sind Piraten
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