Google versteckt seine China-Pläne vor eigenen Datenschutz-Experten

Google, China, Suchmaschine, Suche, Zensur, Dragonfly, Projekt Dragonfly Bildquelle: Reuters
Die geschäftlichen Aktivitäten Googles in China sind kaum mit dem Bild zu vereinbaren, das der Konzern in der Öffentlichkeit von sich zeichnen will. Doch statt sich an den Werten zu orientieren, mit denen man sich schmückt, verlagert man das Engagement einfach in die nicht besonders gut einsehbaren Hinterzimmer und lässt eigene Experten nicht rein. Laut einem Bericht des Magazins The Intercept sollen Scott Beaumont und andere Manager Googles unter anderem dafür gesorgt haben, dass Fachleute für Sicherheit und Datenschutz nicht an Treffen teilnahmen, in denen die geschäftlichen Aktivitäten in China besprochen wurden. Denn bei diesen musste man aus der Grundhaltung, die sie dazu trieb, Experte in ihrem jeweiligen Gebiet zu werden, damit rechnen, dass sie Widerstand gegen verschiedene Zugeständnisse Googles leisten.

Vor vielen Jahren hatte sich Google im Grunde entschieden, seine Suchmaschine nicht in China anzubieten. Hintergrund dessen sind Auflagen des dortigen Regimes. So müssen bestimmte Inhalte zensiert werden und es gibt Forderungen des Staates auf den Zugriff zu Informationen über Nutzer, die in westlichen Ländern so kaum hingenommen würden. Auch Google wollte diese damals nicht umsetzen.

China um jeden Preis

Inzwischen handelt es sich bei dem Unternehmen um einen normalen Großkonzern, der die Gewinnerzielung über alle anderen Fragen stellt. Daher will man auch wieder in China, einem enorm lukrativen Markt, präsenter sein und entwickelt einen neuen Suchdienst unter dem Codenamen "Dragonfly". Dieser soll im kommenden Jahr bereitgestellt werden und man hoffte, die Arbeiten daran auch bis dahin unter Verschluss halten zu können. Als das nun nicht gelang, soll Beaumont als Verantwortlicher für den Bereich ziemlich ungehalten reagiert haben.

Die frühere Suchmaschine Googles für China hatte "nur" die Zensur-Vorgaben umgesetzt. Dragonfly soll noch weiter gehen und dem Staat auch Zugang zu Informationen darüber geben, wer mit welchem Gerät und von welchem Standort aus nach bestimmten Themen suchte. Es gilt als sicher, dass dies in der Belegschaft nicht einfach so hingenommen wird. Immerhin haben die Angestellten Googles in jüngsten Auseinandersetzungen gezeigt, dass sie sich durchaus um solche Probleme kümmern. Nach Protesten musste der Konzern schon ein gemeinsames KI-Projekt mit dem US-Militär stoppen und bessere Strukturen für das Angehen gegen sexuelle Belästigung schaffen.

Siehe auch: Google greift nach massiven Protesten gegen sexuelle Belästigung durch Google, China, Suchmaschine, Suche, Zensur, Dragonfly, Projekt Dragonfly Google, China, Suchmaschine, Suche, Zensur, Dragonfly, Projekt Dragonfly Reuters
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