Direkte Deals mit Künstlern: Spotify macht die Musikindustrie "nervös"

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Dem schwedischen Streaming-Dienst Spotify wird immer wieder vorgeworfen, Musikern nicht genug zu zahlen. Entsprechend oft melden sich empörte Künstler mit Meldungen wie "Ich habe gerade einmal X Dollar auf Spotify verdient" zu Wort. Doch oftmals liegt die Schuld hierfür nicht am Streaming-Portal, sondern dem "Zwischenhändler", also der Plattenfirma.

Bekommen Labels zu viel?

Es ist nämlich kein großes Geheimnis, dass Plattenfirmen am meisten verdienen und nicht wie man glauben könnte, der Künstler selbst. Denn das Label bekommt mehr als die Hälfte der Einnahmen, im Fall von Spotify gehen im Schnitt 52 Prozent an die Plattenfirma. Die New York Times (NYT) schreibt in einem aktuellen Artikel, dass eine Band oder ein einzelner Künstler vom Label-Anteil 50 Prozent bekommt (also ca. 25 Prozent des gesamten Kuchens). Wohlgemerkt im besten Fall, denn manche Labels bezahlen Tantiemen von gerade einmal 15 Prozent (wiederum von ihrem Anteil).
Infografik: Spotify weiterhin unprofitabelSpotify weiterhin unprofitabel
Zwar trägt eine Plattenfirma zweifellos auch viel zum Erfolg bei, denn sie gibt Vorschüsse für Aufnahmen und geht ein entsprechendes Risiko ein, macht Werbung, organisiert Touren etc. Dennoch halten viele den Anteil, der an die Industrie geht, für zu hoch.

Das weiß man auch bei Spotify, das den Ärger der Künstler direkt abkriegt. Laut NYT will Spotify diese Verteilung des Geldes durchbrechen. Denn die Schweden wollen den Mittelsmann aus der Rechnung nehmen. Deshalb hat Spotify im vergangenen Jahr begonnen, direkte Vereinbarungen mit einigen kleineren unabhängigen Musikern einzugehen. Das mache die Plattenfirmen "nervös", so die renommierte Zeitung.

Bisher sind die Summen, um die es hier geht, aber eher bescheiden, die Rede ist von Vorauszahlungen in fünf- oder sechsstelliger Dollar-Höhe. Dennoch sehen die Labels das als Bedrohung, denn Spotify könnte die Musikindustrie irgendwann einmal viel Geld kosten.

Bisher arbeitet Spotify hierbei mit aufstrebenden Musikern und alteingesessenen Künstlern, die die Rechte an ihrem eigenen Katalog haben, zusammen. Die Stars des Geschäfts sind natürlich nach wie vor bei Universal, Sony, Warner und Co. Dennoch haben die neuen Direkt-Deals von Spotify einige Vorteile: Denn die Künstler bekommen deutlich höhere Anteile und sind dabei auch nicht exklusiv an Spotify gebunden, sie können ihre Songs also auch an Mitbewerber wie Apple Music und Amazon lizenzieren.

Spotify: "Wir sind keine Plattenfirma"

Spotify hat bereits in Vergangenheit mehrfach erklärt, dass Lizenz-Deals das Unternehmen nicht zu einer Plattenfirma machten. Das liegt auch daran, dass die Verträge mit den großen Plattenfirmen das untersagen. Dadurch besitzt Spotify auch keine Rechte, sondern "kauft" sich gewisserweise die Loyalität der Künstler. Das ist allerdings auch ein ziemliches Risiko, weil man womöglich die Plattenfirmen verärgert und nur wenig in Bezug auf die Einnahmen profitiert.

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