Tool gegen Netzsperren: Google wirft Anti-Zensur-Erweiterung raus
Google positioniert sich gerne als Konzern, der gegen Zensur, für das freie Internet und seine Nutzer kämpft. Viele sind aber der Ansicht, dass das alles oder zumindest vieles nur Marketing ist. Das scheint sich aktuell zu bestätigen, denn der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View hat ein Anti-Zensur-Tool aus dem Store für Chrome entfernt.
Die Open-Source-Erweiterung Ahoy! war bisher regulär über den Chrome Web Store verfügbar und hat für rund 185.000 Nutzer als Anti-Zensur-Werkzeug gedient. Denn Ahoy! hat Zugang zu etwa 1700 geblockten Seiten geliefert, verantwortlich dafür waren Aktivisten aus Portugal. Doch nun ist die Chrome-Extension aus dem Store geflogen, eine Erklärung gab Google dazu bisher auch auf mehrfache Nachfragen nicht ab.
Das geht und ging bisher über die Ahoy!-Erweiterungen für Firefox und Chrome. Doch während die Extension für den Mozilla-Browser immer noch verfügbar ist, fehlt diese für Chrome inzwischen. Ahoy! funktioniert relativ simpel, denn der Traffic wird über Proxies geleitet, dadurch bekommen Nutzer Zugang zu den bisher nicht zur Verfügung stehenden Seiten. Das Tool hat aber auch eine Art Feedback-Kanal, denn neu geblockte Domains werden erkannt sowie gemeldet und können dann auf die Entblock-Liste gepackt werden.
Die Aktivisten haben versucht, ihre Erweiterung neuerlich hochzuladen, aber erfolglos. "Wir haben keine einzige Mail bekommen, die das Vorgehen rechtfertigt", so Mouta. Revolução dos Bytes hat nun eine Webseite eingerichtet, wo man die Erweiterung bekommen kann, um sie manuell zu installieren, optimal ist das aber sicherlich nicht.
Download Chrome - Download des Browsers von Google
Netzsperren ohne Gerichte
Laut TorrentFreak ist Internet-Zensur in Portugal alles andere als ungewöhnlich, geblockt werden Seiten aus diversen Gründen, darunter Urheberrechtsverstöße und Glücksspiel. Das Besondere an den portugiesischen Netzsperren ist, dass kein gerichtliches Einschreiten erforderlich ist. Die Aktivisten von Revolução dos Bytes haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, diese Art der Zensur zu beobachten und auch Möglichkeiten aufzuzeigen und zu liefern, um diese zu umgehen.Das geht und ging bisher über die Ahoy!-Erweiterungen für Firefox und Chrome. Doch während die Extension für den Mozilla-Browser immer noch verfügbar ist, fehlt diese für Chrome inzwischen. Ahoy! funktioniert relativ simpel, denn der Traffic wird über Proxies geleitet, dadurch bekommen Nutzer Zugang zu den bisher nicht zur Verfügung stehenden Seiten. Das Tool hat aber auch eine Art Feedback-Kanal, denn neu geblockte Domains werden erkannt sowie gemeldet und können dann auf die Entblock-Liste gepackt werden.
Open-Source-Transparenz
Doch nun ist der Zugang zur mit Abstand wichtigsten Browser-Plattform gekappt worden, eine Begründung hat Google laut Team-Mitglied Henrique Mouta nicht geliefert. Einen Verstoß gegen Bestimmungen hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Finanzierung schließt Mouta aus und verweist, dass man stets sichergestellt hat, dass Ahoy! keine Regel gebrochen hat. Denn das Tool ist zu 100 Prozent kostenlos und auch als Open-Source-Software transparent.Die Aktivisten haben versucht, ihre Erweiterung neuerlich hochzuladen, aber erfolglos. "Wir haben keine einzige Mail bekommen, die das Vorgehen rechtfertigt", so Mouta. Revolução dos Bytes hat nun eine Webseite eingerichtet, wo man die Erweiterung bekommen kann, um sie manuell zu installieren, optimal ist das aber sicherlich nicht.
Good guy Google?
Das Ganze wirft dennoch ein nicht allzu gutes Licht auf Google. Denn sollte der kalifornische Konzern einen guten Grund für den Rauswurf haben, dann sollte man diesen auch bekannt geben. Wenn es diesen nicht gibt, dann kann man das Wort "Willkür" durchaus in den Raum stellen.Download Chrome - Download des Browsers von Google
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