Apple liefert iPhones weltweit mit Zensur-Mechanismus für China aus

Apple, China, Store, Fake Bildquelle: bytesofapple
In den letzten Aktualisierungen zu Apples iOS wird auch eine Fehler­korrektur durchgeführt, die in den Release-Notes recht beiläufig und schwammig beschrieben wird. Dahinter verbirgt sich allerdings ein Bug, der einzig und allein darauf zurückzuführen ist, dass große Unternehmen im Zweifelsfall für hohe Einnahmen auch bereit sind, kurioseste Zensur-Maßnahmen durchzuführen. "Die Verarbeitung eines Emojis kann unter bestimmten Konfigurationen zu Abstürzen führen", heißt es bei Apple in der Problembeschreibung, die zur Entwicklung eines jetzt ausgelieferten Patches führte. In den Referenzen wird anschließend dankend Patrick Wardle von Digita Security erwähnt, der in Apple-Kreisen kein Unbekannter ist. Bei diesem handelt es sich um einen Security-Spezialisten mit Schwerpunkt auf den Plattformen des Konzerns aus Cupertino, der ehemals für den US-Geheimdienst NSA tätig war.

Und dieser liefert einen weitaus interessanteren Einblick in die Geschichte hinter dem Bug. Wardle wurde auf das Problem aufmerksam, als eine Nutzerin aus Asien ihm ihr iPhone übergab, da sie vermutete, von chinesischen Angreifern gehackt worden zu sein. Es stellte sich bei einer genaueren Untersuchung des Gerätes heraus, dass die Dinge, die ihr komisch vorkamen, keineswegs von staatlichen Angreifern hervorgerufen wurden, sondern von Zensur-Mechanismen, die Apple selbst in seine Geräte eingebaut hat.
Taiwan-Zensur in iOSLosgeschickt außerhalb... Taiwan-Zensur in iOS...empfangen in China.

Absturz statt Ausblenden

"Im Grunde hat Apple einfach Code eingebaut, der verhindern sollte, dass in China eine taiwanische Flagge angezeigt wird", erklärte Wardle. Und in diese Programmzeilen hatte der zuständige Entwickler einen Fehler eingebaut, der nun dazu führte, dass Apps abstürzten, wenn vom Nutzer oder den automatischen Schreibvorschlägen das fragliche Bild eingeblendet werden sollte.

Das Ausblenden der taiwanischen Flagge ist ein Entgegenkommen an China, um dort geschäftlich aktiv sein zu können. Und da Apple einen signifikanten Teil seiner Einnahmen auf dem Markt generiert, ist das Unternehmen auch bereit, sich den Vorgaben zu beugen. Das kennt man inzwischen von vielen Firmen. Doch löst dies heute viel weniger Debatten aus als noch vor einigen Jahren, als Google seine Suchmaschine kräftig manipulierte, um sie in China anbieten zu können.

In letzterem Fall bekamen die chinesischen Nutzer aber eben eine weitgehend eigene Version geliefert, während der Rest der Welt den ursprünglichen Index nutzte. Bei Apple ist der Zensur-Code hingegen nicht nur auf iPhones enthalten, die in China ausgeliefert werden, sondern in allen iOS-Installationen. Er wird aber eben erst unter bestimmten Voraussetzungen aktiv, so dass hierzulande relativ wenig Nutzer von dem Problem betroffen waren.

Siehe auch: Apple, China, Store, Fake Apple, China, Store, Fake bytesofapple
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