Berlin: Stadtkultur und Internet-Firmen werden zu Feinden

Berlin, Stadt, Fernsehturm Bildquelle: Media Broadcast
Häufig gelten Internet-Firmen und eine lebendige Club-Kultur als zwei Seiten der gleichen Medaille. In der Realität sieht das aber ganz anders aus. Die wohl bekanntesten deutschen Internet-Unternehmer Deutschlands sind in Berlin gerade dabei, einen der renommiertesten Clubs der Stadt zu gefährden. Die östliche Ecke des einst so alternativen Kreuzbergs ist aktuell das Mekka der Startup- und Internet-Szene Berlins. Als eines der ersten großen Unternehmen siedelte sich hier schon vor Jahren der Mode-Versand Zalando an. Einen Steinwurf entfernt soll der Berlin-Campus von Google entstehen. Mittendrin hat der Privatclub sein Zuhause - einer der renommiertesten Clubs der Berliner Musikszene, in dem unter anderem Formationen wie "Wir sind Helden" und "Beatsteaks" groß wurden. Der Vorteil der Räume im ehemaligen Postgebäude des Kiezes: Es gibt keine direkten Nachbarn, die es stören würde, wenn hier in den Nächten gefeiert wird.

Doch das ändert sich schlagartig. Das Gebäude hat neue Besitzer - und die sorgen nun dafür, dass die Zukunft des Privatclub auf einmal völlig im Ungewissen liegt. Es handelt sich hier keineswegs um anonyme Investoren aus dem Ausland, die den Berliner Wohnungsmarkt schon länger immer teurer werden lassen. Laut einem Bericht des Tagesspiegel sollen die Samwer-Brüder hinter dem Kauf stecken.


Reiche Kölner kapern Kreuzberg

Die Samwers, die einer wohlhabenden Kölner Familie entstammen, starteten in den 1990er Jahren durch. Damals kopierten sie E-Commerce-Konzepte aus den USA und verkauften dann an den jeweiligen US-Konzern. Exemplarisch hierfür war die Gründung von Alando als deutsche Version von eBay, woraus dann eben eBay Deutschland wurde. Weitere bekannte Projekte der Brüder waren im Anschluss Jamba und heute der Investor Rocket Internet.

Nachdem vom Firmengeflecht der Samwers nun auch das Kreuzberger Posthaus gekauft wurde, soll sich die Miete für den Privatclub auf 22 Euro je Quadratmeter und Monat verdoppeln. Parallel dazu soll der Betrieb des Clubs massiv eingeschränkt werden. Damit die über dem Veranstaltungsort angesiedelten Startups ruhig arbeiten können, sollen nur noch zwei Veranstaltungen pro Woche stattfinden dürfen. Wirtschaftlich sei diese Kombination nicht zu bewältigen, erklärte der Betreiber des Privatclubs.

Wenn durch die Internet-Firmen nun auch einer der bekanntesten Clubs der Gegend, der trotz seines Namens an Eintrittspreisen festhält, die sich die direkte Nachbarschaft leisten kann, aufgeben muss, dürfte das die Spannungen in der Gegend weiter verschärfen. Schon Google wird nicht gerade mit offenen Armen empfangen, da zu befürchten ist, dass die Ansiedlung des Weltkonzerns die ohnehin schon stark gestiegenen Mieten weiter nach oben treiben wird. Berlin, Stadt, Fernsehturm Berlin, Stadt, Fernsehturm Media Broadcast
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