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Chinesischer Hersteller zeigt Solarzellen mit 35,5 Prozent Wirkungsgrad
Ein chinesischer Solartechnikkonzern meldet einen neuen Effizienzrekord bei Solarzellen: LONGi hat nach eigenen Angaben eine kristalline Silizium-Perowskit-Tandemzelle entwickelt, die einen Wirkungsgrad von 35,5 Prozent erreicht.
LONGi setzt bei seiner Entwicklung auf Silizium-Perowskit-Tandemzellen. Bei dieser Technologie werden zwei unterschiedliche Halbleitermaterialien kombiniert, um verschiedene Bereiche des Sonnenlichts effizienter zu nutzen. Sie gilt als vielversprechender Ansatz für die nächste Generation von Photovoltaik-Modulen. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte diese Bauweise theoretisch Wirkungsgrade von bis zu 43 Prozent ermöglichen.
Die jetzt bekannt gegebene Marke ist das Ergebnis einer Reihe schrittweiser Verbesserungen. Bereits im November 2023 hatte LONGi nach eigenen Angaben einen Wirkungsgrad von 33,9 Prozent erzielt. Im Juni 2024 folgte eine Steigerung auf 34,6 Prozent. Nach weiteren Optimierungen sei nun der Wert von 35,5 Prozent erreicht worden.
Für die Energiewende dürfte letztlich weniger entscheidend sein, welches Forschungsteam den höchsten Laborwert erzielt. Ausschlaggebend wird vielmehr sein, ob sich Solarzellen mit derart hohen Wirkungsgraden kostengünstig und in großen Stückzahlen produzieren lassen. Erst eine erfolgreiche Massenfertigung könnte dazu beitragen, die Stromerzeugung aus Sonnenenergie deutlich effizienter zu machen und den weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu beschleunigen.
Siehe auch:
- Der Konzern LONGi erreicht 35,5 Prozent Wirkungsgrad bei Solarzellen
- Das europäische Referenzlabor ESTI bestätigte den neuen Rekordwert
- Die Technologie kombiniert zwei verschiedene Halbleitermaterialien
- Theoretisch sind mit dieser Bauweise sogar bis zu 43 Prozent möglich
- Handelsübliche Solarmodule erreichen heute maximal etwa 25 Prozent
- Für die Energiewende ist eine günstige Massenfertigung entscheidend
Bestätigung aus Europa
Bestätigt worden sei dieser Wert von der European Solar Test Installation (ESTI), einem Referenzlabor für die Kalibrierung und Prüfung von Photovoltaik-Technologien, hieß es. Der erzielte Wirkungsgrad liegt deutlich über dem Niveau heutiger handelsüblicher Solarmodule. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde erreichen kommerziell verfügbare Solarzellen inzwischen Wirkungsgrade von bis zu etwa 25 Prozent. Zwar existieren bereits Solarzellen mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad, diese kommen jedoch vor allem in Spezialanwendungen wie der Raumfahrt zum Einsatz und eignen sich bislang nicht für den breiten Markt.LONGi setzt bei seiner Entwicklung auf Silizium-Perowskit-Tandemzellen. Bei dieser Technologie werden zwei unterschiedliche Halbleitermaterialien kombiniert, um verschiedene Bereiche des Sonnenlichts effizienter zu nutzen. Sie gilt als vielversprechender Ansatz für die nächste Generation von Photovoltaik-Modulen. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte diese Bauweise theoretisch Wirkungsgrade von bis zu 43 Prozent ermöglichen.
Die jetzt bekannt gegebene Marke ist das Ergebnis einer Reihe schrittweiser Verbesserungen. Bereits im November 2023 hatte LONGi nach eigenen Angaben einen Wirkungsgrad von 33,9 Prozent erzielt. Im Juni 2024 folgte eine Steigerung auf 34,6 Prozent. Nach weiteren Optimierungen sei nun der Wert von 35,5 Prozent erreicht worden.
Knackpunkt ist die Massenproduktion
Das Unternehmen bezeichnet das Ergebnis als Weltrekord für kristalline Silizium-Perowskit-Tandemzellen. Allerdings gibt es auch andere Hochleistungszellen mit noch höheren Wirkungsgraden. So entwickelte das National Renewable Energy Laboratory (NREL) des US-Energieministeriums bereits 2022 eine Solarzelle mit einem Wirkungsgrad von 39,5 Prozent. Diese basiert jedoch auf einer anderen Zelltechnologie, weshalb die Ergebnisse nur eingeschränkt vergleichbar sind.Für die Energiewende dürfte letztlich weniger entscheidend sein, welches Forschungsteam den höchsten Laborwert erzielt. Ausschlaggebend wird vielmehr sein, ob sich Solarzellen mit derart hohen Wirkungsgraden kostengünstig und in großen Stückzahlen produzieren lassen. Erst eine erfolgreiche Massenfertigung könnte dazu beitragen, die Stromerzeugung aus Sonnenenergie deutlich effizienter zu machen und den weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu beschleunigen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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