Pünktlich zur Ölkrise: China macht Solarzellen jetzt weltweit teurer

Vielfach wird aktuell auf die vom Iran-Krieg ausgelöste Energiekrise reagiert, indem Planungen zum Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben werden. Allerdings wird insbesondere die Installation neuer Photovoltaik-Anlagen Aufgrund chinesischer Politik teurer.
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Export-Steuervergünstigung fällt weg

Peking übt derzeit quasi die Kontrolle über den Weltmarkt für Solarzellen aus. Zwischen 80 und 90 Prozent der weltweit verbauten Solarmodule haben inzwischen ihren Ursprung in chinesischen Fertigungsanlagen. Während das Land sich diese Monopolstellung über Jahre hinweg mit Dumpingpreisen sicherte, werden nun die Zügel angezogen.

Hintergrund ist die Entscheidung der Regierung in Peking, die bisher geltenden Exporterstattungen auf die Mehrwertsteuer für Photovoltaikprodukte in Höhe von neun Prozent ab dem gestrigen 1. April abzuschaffen. Die Preise für Solarzellen aus chinesischer Fertigung werden also weltweit entsprechend steigen.


Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Modulhersteller Trina Solar. Das Unternehmen hat seine offiziellen Richtpreise für Vertriebspartner in diesem Jahr bereits dreimal angehoben. Für Module mittlerer Leistungsklasse (620 bis 650 Watt) sowie größere Formate (715 bis 745 Watt) liegen die Preise inzwischen bei 89 bis 93 chinesischen Cent pro Watt. Das ist ein Anstieg von gut acht Prozent seit Januar.

Auch Jinko Solar hat nachgezogen und zu Monatsbeginn die Preise für spezielle Hochleistungsmodule deutlich erhöht. Besonders betroffen sind leistungsstarke Produkte wie die Tiger-Neo-3.0-Module mit über 650 Watt Leistung. Hier liegen die Preissteigerungen laut Branchenangaben teilweise zwischen 30 und 40 Prozent gegenüber den niedrigsten bisherigen Angeboten.

Auch allgemeine Preissteigerung

Neben dem Wegfall der Steuervergünstigung treiben auch steigende Rohstoffkosten die Preise nach oben. Vor allem der deutliche Anstieg des Silberpreises setzt die Hersteller unter Druck, da das Edelmetall eine wichtige Rolle in der Produktion von Solarzellen spielt. Unternehmen reagieren darauf mit flexibler Anpassung ihrer Produktionskapazitäten.

Allerdings zeigt sich bislang eine Diskrepanz zwischen den offiziellen Preisempfehlungen und den tatsächlichen Marktpreisen. Nach Daten von InfoLink Consulting liegen die realen Lieferpreise für TOPCon-Module in großen Projekten derzeit bei lediglich 68 bis 70 Cent pro Watt. Im Vertriebsgeschäft bewegen sich die Preise zwischen 76 und 83 Cent und damit deutlich unter den Vorgaben der Hersteller. Hier dürfte es mit der Zeit aber zu entsprechenden Anpassungen kommen.

Ein Grund für die nicht unmittelbare Reaktion sind noch vorhandene Lagerbestände, die zu niedrigeren Preisen eingekauft wurden und nun abverkauft werden. Diese Bestände sind jedoch laut Händlern bald erschöpft, sodass die tatsächlichen Fabrikpreise langsam steigen. Hinzu wird außerdem die erhöhte Nachfrage kommen, die aufgrund der Ölkrise zu erwarten ist.

Zusammenfassung
  • China schafft Exporterstattungen auf Solarprodukte zum 1. April ab
  • Chinesische Hersteller kontrollieren 80 bis 90 Prozent des Weltmarktes
  • Trina Solar hat die Richtpreise seit Januar bereits dreimal angehoben
  • Jinko Solar erhöhte Preise für Hochleistungsmodule um bis zu 40 Prozent
  • Steigende Silberpreise verteuern zusätzlich die Solarzellenproduktion
  • Reale Marktpreise liegen noch deutlich unter den Herstellerempfehlungen
  • Vorhandene Lagerbestände verzögern den Preisanstieg nur vorübergehend

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