Moderne Zeiten: US-Flugsicherung trennt sich endlich von Disketten
Die US-Luftfahrtbehörde FAA modernisiert endlich ihre Flugsicherungssysteme und verabschiedet sich dabei von einer ungewöhnlich alten Technik: An mehr als 400 Standorten kommen bislang noch Disketten zum Einsatz.
Die bestehenden Systeme stammen aus den 1980er-Jahren und nutzen Disketten als Datenträger. Damit gehört die FAA zu den Behörden, die vergleichsweise lange an veralteter Computertechnik festgehalten haben. Die Disketten enthalten nach Angaben der Behörde wichtige Wetterdaten und weitere sicherheitsrelevante Informationen, die Fluglotsen für ihre Arbeit benötigen.
Mit der Modernisierung will die FAA den Zugriff auf Informationen beschleunigen, Wartungskosten senken und die Sicherheit des öffentlichen Luftverkehrs verbessern. Zum Einsatz kommt künftig das "Enterprise - Information Display System" (E-IDS). Dabei handelt es sich um eine digitale Anzeigeplattform, über die Statusinformationen, Aktualisierungen und Warnmeldungen an die Teams der Flugsicherung übermittelt werden.
Die ersten fünf Einrichtungen sollen das neue System bereits im Zuge einer jetzt laufenden Umstellung erhalten. Dazu zählen die internationalen Flughäfen Atlantic City, Nashville und Greater Rochester sowie Datenverarbeitungszentren in Atlanta und Salt Lake City. Die vollständige Installation an 435 Standorten soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Japan hatte ebenfalls mit der Ablösung veralteter Diskettensysteme zu kämpfen. Die Regierung kündigte 2024 an, nahezu alle entsprechenden Anwendungen abgeschafft zu haben. Lediglich ein System sollte zu diesem Zeitpunkt noch auf Disketten angewiesen sein.
Disketten wurden 1971 von IBM entwickelt und dienten jahrzehntelang als verbreiteter Speicher für Computerdateien und Programme. Inzwischen sind sie längst von moderneren Datenträgern und digitalen Übertragungssystemen verdrängt worden. Dass sie dennoch in Teilen der US-Flugsicherung bis heute eine Rolle spielen, verdeutlicht den erheblichen Modernisierungsbedarf der Infrastruktur.
Siehe auch:
- Die US-Flugaufsicht FAA ersetzt alte Disketten durch moderne Datensysteme
- Bis Ende 2028 sollen 435 Standorte auf das digitale E-IDS umgestellt werden
- Auf den 1980er-Jahre-Disketten lagen wichtige Wetterdaten für Fluglotsen
- Fünf Einrichtungen wie etwa der Flughafen Nashville starten die Umstellung
- Das US-Militär nutzte 8-Zoll-Disketten für Atomraketensilos noch bis 2019
- Auch Japan schaffte fast alle behördlichen Disketten erst 2024 endgültig ab
435 Standorte werden umgestellt
Die nahezu schon historischen Datenträger wurden genutzt, um wichtige Informationen für Fluglotsen bereitzustellen. Ein neues digitales Informationssystem soll die betroffenen Anlagen nun schrittweise ersetzen. Bis Ende 2028 ist die Umstellung an insgesamt 435 Standorten vorgesehen, teilte die Behörde mit.Die bestehenden Systeme stammen aus den 1980er-Jahren und nutzen Disketten als Datenträger. Damit gehört die FAA zu den Behörden, die vergleichsweise lange an veralteter Computertechnik festgehalten haben. Die Disketten enthalten nach Angaben der Behörde wichtige Wetterdaten und weitere sicherheitsrelevante Informationen, die Fluglotsen für ihre Arbeit benötigen.
Mit der Modernisierung will die FAA den Zugriff auf Informationen beschleunigen, Wartungskosten senken und die Sicherheit des öffentlichen Luftverkehrs verbessern. Zum Einsatz kommt künftig das "Enterprise - Information Display System" (E-IDS). Dabei handelt es sich um eine digitale Anzeigeplattform, über die Statusinformationen, Aktualisierungen und Warnmeldungen an die Teams der Flugsicherung übermittelt werden.
Die ersten fünf Einrichtungen sollen das neue System bereits im Zuge einer jetzt laufenden Umstellung erhalten. Dazu zählen die internationalen Flughäfen Atlantic City, Nashville und Greater Rochester sowie Datenverarbeitungszentren in Atlanta und Salt Lake City. Die vollständige Installation an 435 Standorten soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Datenträger hielten sich lange
Dass Disketten in staatlichen Einrichtungen noch vergleichsweise lange überlebt haben, ist kein Einzelfall. Auch das US-Militär setzte bis vor wenigen Jahren auf die Technik: Die Luftwaffe verwendete noch 8-Zoll-Disketten im Zusammenhang mit ihren nuklearen Raketensilos. Erst 2019 wurde diese Nutzung eingestellt.Japan hatte ebenfalls mit der Ablösung veralteter Diskettensysteme zu kämpfen. Die Regierung kündigte 2024 an, nahezu alle entsprechenden Anwendungen abgeschafft zu haben. Lediglich ein System sollte zu diesem Zeitpunkt noch auf Disketten angewiesen sein.
Disketten wurden 1971 von IBM entwickelt und dienten jahrzehntelang als verbreiteter Speicher für Computerdateien und Programme. Inzwischen sind sie längst von moderneren Datenträgern und digitalen Übertragungssystemen verdrängt worden. Dass sie dennoch in Teilen der US-Flugsicherung bis heute eine Rolle spielen, verdeutlicht den erheblichen Modernisierungsbedarf der Infrastruktur.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.