Erste Bank ersetzt Bankkarten komplett durch Smartphone-Apps
Die Tage klassischer Bankkarten dürften in absehbarer Zeit gezählt sein. Eine erste Bank ersetzt die Plastikkärtchen jetzt vollständig durch eine Authentifizierung über die Smartphone-App - auch am Geldautomaten.
Die MUFG Emut Bank soll im ersten Quartal 2027 an den Start gehen. Sie ist die erste Digitalbank, die von einem der drei großen japanischen Bankkonzerne gegründet wird. Bereits im September erhielt das Unternehmen eine Banklizenz. Mit dem Verzicht auf Geldkarten geht Emut einen Schritt, der auch für andere Finanzinstitute zum Vorbild werden könnte.
Für Bargeldabhebungen müssen Kunden zukünftig die Smartphone-App der Bank nutzen. An teilnehmenden Geldautomaten scannen sie einen QR-Code, um Zugriff auf ihr Konto zu erhalten. Voraussetzung sind ein entsperrtes Smartphone, eine Anmeldung in der App und die Eingabe der persönlichen Konten-PIN. Damit kommen mehrere Sicherheitsmechanismen zum Einsatz, während herkömmliche Geldautomatenkarten meist lediglich eine PIN erfordern.
Auch die Verwaltung von Einlagen soll ausschließlich über die App erfolgen. Ein Zugriff auf das Bankkonto über einen Webbrowser auf dem PC oder anderen Geräten ist nicht vorgesehen. Damit will Emut mögliche Angriffsflächen reduzieren, falls bei Cyberattacken persönliche Informationen kompromittiert werden.
Die technische Grundlage für das neue Verfahren stammt von Seven Bank, einer Tochter des Handelskonzerns Seven & i Holdings. Emut-Kunden sollen zunächst rund 28.000 Geldautomaten der Seven Bank nutzen können. Später könnte das Netzwerk um etwa 16.000 Automaten in FamilyMart-Filialen erweitert werden. Geldautomaten der MUFG Bank selbst bleiben vorerst ausgeschlossen, eine spätere Integration ist jedoch denkbar.
Der Verzicht auf Geldautomatenkarten dürfte zudem wirtschaftliche Vorteile bringen, da ein ganzer Verwaltungsbereich wegfällt. Emut plant, abhängig von den jeweiligen Konditionen, höhere Einlagenzinsen als die bislang üblichen 0,5 Prozent bei der MUFG Bank anzubieten. Auch tägliche statt halbjährlicher Zinszahlungen sollen möglich sein. Damit will die Digitalbank im Wettbewerb um Kundeneinlagen punkten, die für das zunehmend lukrative Kreditgeschäft benötigt werden.
Siehe auch:
- Die japanische Großbank MUFG gründet ihre erste reine Digitalbank Emut
- Der Start der kartenlosen Onlinebank ist für das erste Quartal 2027 geplant
- Bargeldabhebungen erfolgen künftig ausschließlich per App und QR-Code-Scan
- Ein Kontozugriff über Webbrowser am PC wird aus Sicherheitsgründen blockiert
- Mehrstufige Schutzmechanismen sollen Phishing und Cyberangriffe abwehren
- Zum Auftakt stehen Kunden rund 28.000 Geldautomaten der Seven Bank bereit
- Eingesparte Kosten ermöglichen der Digitalbank deutlich bessere Zinskonditionen
2027 geht es los
Die japanische Großbank Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) verzichtet bei ihrer neuen Digitalbank erstmals komplett auf klassische Karten, berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei. Kunden sollen beispielsweise Bargeld ausschließlich per Smartphone-App abheben können. Das Konzept soll die Sicherheit erhöhen und gleichzeitig Kosten sparen, die für bessere Konditionen bei Bankeinlagen genutzt werden könnten.Die MUFG Emut Bank soll im ersten Quartal 2027 an den Start gehen. Sie ist die erste Digitalbank, die von einem der drei großen japanischen Bankkonzerne gegründet wird. Bereits im September erhielt das Unternehmen eine Banklizenz. Mit dem Verzicht auf Geldkarten geht Emut einen Schritt, der auch für andere Finanzinstitute zum Vorbild werden könnte.
Für Bargeldabhebungen müssen Kunden zukünftig die Smartphone-App der Bank nutzen. An teilnehmenden Geldautomaten scannen sie einen QR-Code, um Zugriff auf ihr Konto zu erhalten. Voraussetzung sind ein entsperrtes Smartphone, eine Anmeldung in der App und die Eingabe der persönlichen Konten-PIN. Damit kommen mehrere Sicherheitsmechanismen zum Einsatz, während herkömmliche Geldautomatenkarten meist lediglich eine PIN erfordern.
Auch die Verwaltung von Einlagen soll ausschließlich über die App erfolgen. Ein Zugriff auf das Bankkonto über einen Webbrowser auf dem PC oder anderen Geräten ist nicht vorgesehen. Damit will Emut mögliche Angriffsflächen reduzieren, falls bei Cyberattacken persönliche Informationen kompromittiert werden.
Sicherer und billiger
Hintergrund sind zunehmende Angriffe auf Bankkunden in Japan. Insbesondere Phishing-Kampagnen, mit denen Kriminelle Zugangsdaten und persönliche Informationen abgreifen, haben an Bedeutung gewonnen. Fortschritte bei künstlicher Intelligenz könnten die Entwicklung solcher Angriffsmethoden zusätzlich begünstigen, weshalb die Finanzinstitute beginnen, ihre Schutzmaßnahmen auszuweiten.Die technische Grundlage für das neue Verfahren stammt von Seven Bank, einer Tochter des Handelskonzerns Seven & i Holdings. Emut-Kunden sollen zunächst rund 28.000 Geldautomaten der Seven Bank nutzen können. Später könnte das Netzwerk um etwa 16.000 Automaten in FamilyMart-Filialen erweitert werden. Geldautomaten der MUFG Bank selbst bleiben vorerst ausgeschlossen, eine spätere Integration ist jedoch denkbar.
Der Verzicht auf Geldautomatenkarten dürfte zudem wirtschaftliche Vorteile bringen, da ein ganzer Verwaltungsbereich wegfällt. Emut plant, abhängig von den jeweiligen Konditionen, höhere Einlagenzinsen als die bislang üblichen 0,5 Prozent bei der MUFG Bank anzubieten. Auch tägliche statt halbjährlicher Zinszahlungen sollen möglich sein. Damit will die Digitalbank im Wettbewerb um Kundeneinlagen punkten, die für das zunehmend lukrative Kreditgeschäft benötigt werden.
Siehe auch:
- Sparkassen-Störung: Technische Panne legt Überweisungen lahm
- Schluss mit SMS: Microsoft setzt auf Passkeys, Nutzer müssen handeln
- Capcom gehackt: Daten von 11,7 Millionen Nutzern wurden gestohlen
- Hacker haben mehrere Google-Domains und HTTPS-Zertifikate gekapert
- Kriminelle fälschen jetzt komplette Browser im Browserfenster
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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