Trump-Anhänger attackieren Epileptiker online mit Flacker-Bildern

Ein Gericht in den USA muss sich jetzt mit einem Fall auseinandersetzen, in dem ein Nutzer eine vorsätzliche Körperverletzung über das Netz begangen haben soll. Das Opfer ist der US-Journalist Kurt Eichenwald, der schon mehrfach auf die gleiche Weise attackiert wurde.
Auge, Mensch, Iris
Laitr Keiows (CC BY-SA 3.0)
Ausgenutzt wurde dabei Eichenwalds Erkrankung an Epilepsie, berichtete das US-Magazin NewsWeek. Die Angreifer schickten ihm mehrfach in böser Absicht flackernde Bilder, die ein Auslöser für epileptische Anfälle sein können. Zuvor war es ihm in einem Fall gelungen, das Tablet, mit dem er gerade seinen Twitter-Feed las, fallenzulassen. Eine weitere entsprechende Nachricht erwischte ihn jedoch auf dem falschen Fuß und das flackernde Bild löste tatsächlich einen Anfall aus.

Letzteres nahm Eichenwald zum Anlass, den unbekannten Absender anzuzeigen und eine Klage einzureichen. Das musste recht zügig geschehen, um eine bessere Chance zu haben, Twitter zur Herausgabe von Nutzerdaten verdonnern zu können, die eventuell zu einer Identifizierung des Absenders führen.

Angriffe aus Trumps Lager

Öffentlich bekannt wurde die Erkrankung des Journalisten, als dieser im US-Wahlkampf den Sender Fox News kritisierte. Dieser hatte sich in einem Beitrag an Äußerungen des damaligen Kandidaten Donald Trump gehängt, laut denen dessen Konkurrentin Hillary Clinton gar nicht für das Präsidentschaftsamt geeignet sei, da sie nicht vollkommen gesund ist. Fox illustrierte dies mit einem Cartoon, in dem Clinton während eines epileptischen Anfalls karikiert wurde. Laut Eichenwald erfolgte dies in einer Form, als würde es sich einfach um eine harmlose Störung handeln, über die man sich lustig machen kann.

Während des Wahlkampfes hatte Eichenwald in mehreren Artikeln über die Geschäftspraktiken Trumps aufgeklärt. Anhänger des jetzt gewählten US-Präsidenten griffen ihn daraufhin mehrfach verbal über Social Media-Kanäle an. Und auch die zugesandten Grafiken dürften hier einzuordnen sein, da sie mit entsprechend interpretierbaren Aussagen geschickt wurden.
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