Nigeria-Scam: Im All "gestrandeter" Astronaut begeistert das Netz

Die unter den englischen Begriffen "Nigeria Connection" oder "Nigeria Scam" zusammengefassten Betrügereien, die per E-Mail durchgeführt werden, sind schon Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte alt. Es ist schwer zu sagen, wie viele Internet-Nutzer tatsächlich noch auf diesen so genannten Vorschussbetrug hineinfallen. Nun aber begeistert eine besonders kreative Variante das Netz.

Rettet Major Tunde!

Die "Nigeria Scams" versprechen den Empfängern entsprechender Mails Millionen oder gar Milliarden Dollar, "einfach so", weil eine angebliche Erbschaft in Aussicht steht. Einzige Bedingung ist es, als "Formalität" einen verhältnismäßig geringen Betrag zu überweisen, da dieser für Bearbeitungsgebühren benötigt werde. Es gibt mittlerweile schier unzählige Varianten, die Masche ist in Grundzügen aber stets die gleiche. Doch die aktuellste Variante ist so frech, absurd, aber auch charmant, dass sie auf sozialen Netzwerken fleißig und freiwillig geteilt wird.

Denn in der E-Mail erzählt ein gewisser Bakare Tunde, dass er der Cousin des nigerianischen Astronauten Major Abacha Tunde sei. Dieser sei der erste Afrikaner im Weltall gewesen und habe 1979 einen Flug zur sowjetischen Saljut-6-Raumstation unternommen. Major Tunde hat dann einen zweiten Flug ins All gemacht und zwar zur "geheimen" Station Saljut 8T, das war 1989.

Doch bei der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1990, so der Scam weiter, sei er dort zurückgelassen worden: Denn bei der Rückführung hätten sein Co-Kosmonauten lieber Fracht als ihn mitgenommen. Abacha Tunde sitzt seither auf der Raumstation fest (wird "gelegentlich" von Raumfrachtern versorgt). Er ist glücklicherweise "gut gelaunt", will aber doch nach Hause.

Das ist natürlich alles frei erfunden, im Geld-Teil der Mail heißt es, dass sich mittlerweile 15 Millionen Dollar an Gehaltszahlungen angesammelt hätten. An dieses kommt man aber nur heran, wenn man drei Millionen für die Rückholung aufbringt. Die Scammer versprechen, dass man entsprechende Investitionen mehr als verdoppelt, wenn man Tunde wieder auf die Erde bekommt.

Bei der Scam-Mail, die Anorak veröffentlicht hat, könnte es sich auch um einen Scherz oder eine Parodie handeln, vermutet Gizmodo. Es ist aber kaum zu leugnen, dass das ganze seinen ganz besonderen Charme hat.
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