Endlich korrektes Französisch:
Staat arbeitet an Tastatur-Layout
In Frankreich gibt es ein neues Projekt, um die Sprache des Landes vor äußeren Einflüssen zu schützen. Diesmal sollen aber nicht etwa neue Anglizismen verbannt, sondern ein anderes Tastatur-Layout eingeführt werden. Entsprechende Planungen laufen auf der Regierungsebene bereits.
Keyboard-Layout Französisch bei Apple
Es sei nahezu unmöglich, mit der derzeitigen Gestaltung von Tastaturen ein korrektes Französisch zu schreiben, hieß es in einer Stellungnahme des Ministeriums für Kultur und Kommunikation. Diese würde dazu beitragen, dass die Rechtschreibregeln immer wieder missachtet würden, weil es einfacher ist.
In der Regel orientieren sich die Tastaturen für den französischen Sprachraum am so genannten AZERTY-Layout. Allerdings wurde nie ein Standard festgelegt, wie die Zeichen angeordnet werden sollen, so dass es zwischen den Herstellern immer wieder zu kleinen Unterschieden kommt. Schon dies provoziere immer wieder Fehler - hinzu kommt das Problem, dass im französischen Akzentbuchstaben eine große Bedeutung haben und die Nutzer schon eine recht kunstvolle Fingerakrobatik an den Tag legen müssen, um das richtige Zeichen hinzubekommen.
Die Académie Française, die seit der Zeit des Absolutismus, für die Wahrung der französischen Sprache zuständig ist, soll nun gemeinsam mit den entsprechenden Standardisierungs-Organisationen an einem allgemein gültigen Layout arbeiten. Dieser wäre letztlich für die Hersteller von Computern aller Art zwar nicht unbedingt verpflichtend, würde sich aber wohl durchsetzen. Immerhin könnte man nur mit Aufträgen aus der öffentlichen Hand rechnen, wenn entsprechende Tastaturen vorhanden sind.
Hierzulande dürfte auch dieses Projekt ebenso für Verwunderung sorgen, wie andere Maßnahmen, die sich in Frankreich rund um die Sprache drehen. Immerhin gibt es im Deutschen keine vergleichbare Institution wie die Académie Française oder gar ernstzunehmende Bestrebungen, den Sprachgebrauch in nationale Bahnen zu lenken.
Dieser Unterschied ist allerdings geschichtlich bedingt. Frankreich existiert schon sehr lange in Form eines durchorganisierten Zentralstaates und darin liegt es begründet, dass vieles - so auch die offizielle Sprache, von oben nach unten verordnet wurden. Entsprechend starr ist die Sprache unserer Nachbarn über die Jahrhunderte geblieben.
Hierzulande verläuft die Entwicklung hingegen in anderer Richtung - immerhin gab es selten eine gesamtdeutsche Obrigkeit, die auch nur annähernd in der Lage gewesen wäre, eine einheitliche Sprache durchzusetzen. Entsprechend flexibel und wandelbar stellt sich das Deutsche in seiner Geschichte dar und die Aufgabe der allgemein respektierten Institutionen - wie etwa der Duden-Redaktion - obliegt es vor allem, "dem Volk aufs Maul zu schauen" und den Wandel in ihren Veröffentlichungen abzubilden.
Keyboard-Layout Französisch bei Apple
Es sei nahezu unmöglich, mit der derzeitigen Gestaltung von Tastaturen ein korrektes Französisch zu schreiben, hieß es in einer Stellungnahme des Ministeriums für Kultur und Kommunikation. Diese würde dazu beitragen, dass die Rechtschreibregeln immer wieder missachtet würden, weil es einfacher ist.
In der Regel orientieren sich die Tastaturen für den französischen Sprachraum am so genannten AZERTY-Layout. Allerdings wurde nie ein Standard festgelegt, wie die Zeichen angeordnet werden sollen, so dass es zwischen den Herstellern immer wieder zu kleinen Unterschieden kommt. Schon dies provoziere immer wieder Fehler - hinzu kommt das Problem, dass im französischen Akzentbuchstaben eine große Bedeutung haben und die Nutzer schon eine recht kunstvolle Fingerakrobatik an den Tag legen müssen, um das richtige Zeichen hinzubekommen.
Die Académie Française, die seit der Zeit des Absolutismus, für die Wahrung der französischen Sprache zuständig ist, soll nun gemeinsam mit den entsprechenden Standardisierungs-Organisationen an einem allgemein gültigen Layout arbeiten. Dieser wäre letztlich für die Hersteller von Computern aller Art zwar nicht unbedingt verpflichtend, würde sich aber wohl durchsetzen. Immerhin könnte man nur mit Aufträgen aus der öffentlichen Hand rechnen, wenn entsprechende Tastaturen vorhanden sind.
Hierzulande dürfte auch dieses Projekt ebenso für Verwunderung sorgen, wie andere Maßnahmen, die sich in Frankreich rund um die Sprache drehen. Immerhin gibt es im Deutschen keine vergleichbare Institution wie die Académie Française oder gar ernstzunehmende Bestrebungen, den Sprachgebrauch in nationale Bahnen zu lenken.
Dieser Unterschied ist allerdings geschichtlich bedingt. Frankreich existiert schon sehr lange in Form eines durchorganisierten Zentralstaates und darin liegt es begründet, dass vieles - so auch die offizielle Sprache, von oben nach unten verordnet wurden. Entsprechend starr ist die Sprache unserer Nachbarn über die Jahrhunderte geblieben.
Hierzulande verläuft die Entwicklung hingegen in anderer Richtung - immerhin gab es selten eine gesamtdeutsche Obrigkeit, die auch nur annähernd in der Lage gewesen wäre, eine einheitliche Sprache durchzusetzen. Entsprechend flexibel und wandelbar stellt sich das Deutsche in seiner Geschichte dar und die Aufgabe der allgemein respektierten Institutionen - wie etwa der Duden-Redaktion - obliegt es vor allem, "dem Volk aufs Maul zu schauen" und den Wandel in ihren Veröffentlichungen abzubilden.
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Christian Kahle
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