IT-Branche sucht mehr Leute und will Flüchtlings-Potenzial nutzen

Viele IT-Experten kommen bei der Suche nach einem Job in eine immer bequemere Position und können damit pokern, dass andere Firmen ihnen vielleicht bessere Konditionen bieten. Denn die Zahl der offenen Stellen in dem Segment ist seit dem letzten Jahr noch einmal deutlich gestiegen.
IT-Branche, Kopf, Statue
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Nach Angaben des IT-Branchenverbandes Bitkom wollen die Unternehmen in Deutschland derzeit rund 43.000 Stellen mit IT-Spezialisten besetzen. Gegenüber dem vergangenen Jahr entspricht dies einer Steigerung um 5 Prozent. 17.500 der aktuell noch unbesetzten Arbeitsplätze finden sich dabei direkt in der IT- und Telekommunikations-Wirtschaft, viele andere aber eben auch in unterschiedlichsten Industrien.

"Die Digitale Transformation verändert derzeit unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft in einem Tempo, wie es sich nur die wenigsten vorstellen konnten", kommentierte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks die aktuellen Zahlen. Demnach geben derzeit sechs von zehn IT-Unternehmen an, dass ihrer Erfahrung nach ein Mangel an IT-Spezialisten herrscht. Im vergangenen Jahr sahen darin erst 54 Prozent ein Problem. Die Hälfte geht inzwischen auch davon aus, dass sich dies in absehbarer Zeit nicht bessern wird.

Während die Situation bei den Hardware-Herstellern noch im Rahmen bleibt, finden vor allem die Software-Hersteller und IT-Dienstleister nicht ausreichend qualifiziertes Personal, hieß es. Von den offenen Stellen in der IT-Branche entfallen immerhin 15.000 auf letzteren Bereich. Vor allem Programmierer werden händeringend gesucht. Aber auch Sicherheits-Experten finden die Unternehmen nicht in ausreichender Menge. Vor allem die Verlagerung von Anwendungen in die Cloud und auf mobile Geräte lässt hier die Nachfrage nach oben gehen.

Dirks sieht große Potenziale für die Branche derzeit schlicht ungenutzt in Flüchtlingsunterkünften sitzen. "Viele der Flüchtlinge sind jung, gut ausgebildet und motiviert. Sie wollen aktiv werden und arbeiten, sie wollen ihre neue Chance nutzen - und wir sollten diese Chance auch nutzen", so der Bitkom-Chef. Vor allem aus Syrien kommen derzeit immerhin viele Menschen, die bereits gut in den benötigten Fachrichtungen ausgebildet sind.
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