Lenovo: Datensammel-Software auch auf ThinkPad & Co. entdeckt

Seit dem Superfish-Skandal steht der Computer-Konzern Lenovo unter verstärkter Beobachtung - doch das hält diesen offenbar nicht davon ab, im Hintergrund Nutzerdaten zu sammeln und die Kunden darüber nicht ordentlich zu informieren. Jetzt wurde der nächste entsprechende Fall bekannt.
Laptop, Ultrabook, Lenovo ThinkPad X1 Carbon
Lenovo
Nachdem sich die Aufregung um Superfish etwas gelegt hatte, wurde erneut eine Software auf Lenovo-Rechnern entdeckt, die Daten an den Hersteller schickte. Diese wurde über BIOS-Manipulationen ins System geschrieben und tauchte entsprechend auch auf Rechnern auf, bei denen die Nutzer erst einmal ein blankes Windows-System installiert hatten. Lenovo erklärte damals, dass die Service Engine-Software ausschließlich auf Rechnern für den Privatkunden-Markt zum Einsatz kommt, nicht aber beispielsweise auf Systemen der ThinkPad-Reihe.

Lenovo: ThinkPad X1 Carbon (2015) und StacksLenovo: ThinkPad X1 Carbon (2015) und StacksLenovo: ThinkPad X1 Carbon (2015) und StacksLenovo: ThinkPad X1 Carbon (2015) und Stacks

Wie sich nun zeigte, heißt dies aber nicht, dass diese Geräte nicht mit einer Software daherkommen, über die Lenovo Informationen über das Nutzungsverhalten sammelt. Ein Redakteur der ComputerWorld entdeckte eine solche auf zwei ThinkPads, die er gebraucht aus den Beständen von IBM erworben hatte. Beide waren mit frischen Windows 7-Installationen ausgestattet.

Auf ihnen fand sich bei einer genaueren Überprüfung ein Task mit der Bezeichnung "Lenovo Customer Feedback Program 64". Dieser wird täglich einmal gestartet und sorgt dafür, dass Informationen an das Customer Feedback Program von Lenovo hochgeladen wurden. An keiner Stelle wurde das dem Nutzer jedoch klar mitgeteilt.


Um mehr zu erfahren, muss sich der Anwender schon selbst auf die Suche machen und kann dann auf der Lenovo-Webseite tatsächlich ein Support-Dokument finden, in dem der Konzern auf die Software eingeht. Demnach übermittle diese anonymisiert verschiedene Informationen an den Hersteller. Fragen wirft dabei die Tatsache auf, dass das entsprechende Dokument zuletzt Ende Februar bearbeitet wurde und hier trotz der zuvor bereits aufgetretenen Aufregung um Superfish wohl niemand auf die Idee kam, anders an die Sache heranzugehen.

Inzwischen wurde die fragliche Software auch auf Systemen gefunden, die frisch von Lenovo stammten. Nach Angaben des Unternehmens soll das Tool auch nur für einen begrenzten Zeitraum aktiv sein und sich nach 90 Tagen selbst deinstallieren. Allerdings scheint dies nicht immer der Fall zu sein - nachgewiesen wurde die Software durchaus auch auf Rechnern, die schon länger als ein viertel Jahr im Einsatz sind.
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