Jagd auf Piraterie: Warner Bros. arbeitet ausschließlich mit Bots
Das Hollywood-Studio Warner Bros. führt wie viele andere seit Jahren einen Kampf gegen Internet-Piraterie. Laut nun freigegebenen Gerichtsdokumenten führen diesen Kampf aber nicht Menschen, sondern automatisierte Programme, also so genannte "Bots." Laut Warner seien diese zwar "hochentwickelt", eine Überprüfung findet aber offenbar nicht statt.
Die Cyber-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat aber vor kurzem Gerichtsdokumente veröffentlicht, in denen festgestellt wird, dass nicht Menschen, sondern Maschinen für DMCA-Takedowns ("Digital Millennium Copyright Act") verantwortlich sind.
Hintergrund ist der Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem inzwischen geschlossenen Filehoster Hotfile. Letzterer hatte seinerzeit eine Gegenklage eingereicht, diese wurde aber nach dem Urteil bzw. der außergerichtlichen Einigung bezüglich des Schadenersatzes eingestellt. Die EFF hatte aber die Freigabe der entsprechenden Gerichtsdokumente beantragt und Recht bekommen.
Das Warner-System arbeitete allerdings mit Stichwörtern (über Dateinamen und Metadaten) und einer Liste von etwa 200 Seiten, eine Überprüfung der eigentlichen Inhalte durch Menschen fand dabei jedoch nicht statt. Damit konnte man zwar sicherlich zahlreiche Copyright-Verstöße entdecken und aus dem Verkehr ziehen, dies hatte aber auch zweifellos viele nicht rechtmäßige DMCA-Beschwerden zu Folge.
Für die EFF ist das ein klarer "Missbrauch" des DMCA-Prozesses, die Dokumente würden beweisen, dass Warner Bros. wusste, dass der Suchautomatismus zu breit gesetzt ist, zudem sind auch Angebote (wie das Programm JDownloader) fälschlicherweise- jedoch mit Absicht - ins Visier von Warner genommen worden.
"Nachbeben" der Causa Hotfile
Für die meisten Kenner der Filesharing-Szene dürften diese Informationen keine echte Neuigkeit sein: Vor allem deshalb, weil es immer wieder Berichte über "False Positives", also irrtümlich gesperrte Dateien bzw. Links, gibt, bei denen man sich fragt, wie ein Mensch überhaupt auf die Idee kommen konnte.Die Cyber-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat aber vor kurzem Gerichtsdokumente veröffentlicht, in denen festgestellt wird, dass nicht Menschen, sondern Maschinen für DMCA-Takedowns ("Digital Millennium Copyright Act") verantwortlich sind.
Hintergrund ist der Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem inzwischen geschlossenen Filehoster Hotfile. Letzterer hatte seinerzeit eine Gegenklage eingereicht, diese wurde aber nach dem Urteil bzw. der außergerichtlichen Einigung bezüglich des Schadenersatzes eingestellt. Die EFF hatte aber die Freigabe der entsprechenden Gerichtsdokumente beantragt und Recht bekommen.
Maschine statt Mensch
Darin räumt das Filmstudio ein, dass nicht Menschen für die Suche nach illegalen Filesharing-Dateien verantwortlich sind, sondern Bots: "Warner verwendet ein System von Computerprogrammen, die als 'Robots' bekannt sind, um die Suche auf Link-Seiten zu unterstützen." Diese Bots seien "hochentwickelt" und können "effektiv eine menschliche Suche imitieren, sind dabei aber schneller."Das Warner-System arbeitete allerdings mit Stichwörtern (über Dateinamen und Metadaten) und einer Liste von etwa 200 Seiten, eine Überprüfung der eigentlichen Inhalte durch Menschen fand dabei jedoch nicht statt. Damit konnte man zwar sicherlich zahlreiche Copyright-Verstöße entdecken und aus dem Verkehr ziehen, dies hatte aber auch zweifellos viele nicht rechtmäßige DMCA-Beschwerden zu Folge.
Für die EFF ist das ein klarer "Missbrauch" des DMCA-Prozesses, die Dokumente würden beweisen, dass Warner Bros. wusste, dass der Suchautomatismus zu breit gesetzt ist, zudem sind auch Angebote (wie das Programm JDownloader) fälschlicherweise- jedoch mit Absicht - ins Visier von Warner genommen worden.
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