Überraschung: HP verkauft plötzlich mehr Computer

Dicke Schiffe zu wenden ist bekanntlich nicht einfach, doch Meg Whitman scheint dies im Falle Hewlett-Packards (HP) gerade zu gelingen. Die Sanierungs-Maßnahmen der letzten Monate tragen nun spürbar Früchte.
Hp, Ceo, Meg Whitman
HP
Bei der Bekanntgabe der Bilanzen für das letzten Jahresviertel konnte HP vor allem in einem Bereich überraschen, der bisher exemplarisch für die vielfältigen Probleme des Unternehmens stand: Die Computer-Sparte. Als die Absatzzahlen auf dem Weltmarkt ebenso wie bei HP zu sinken begannen, hatte das Management schlicht keine Gegenstrategie parat. Offenbar hatte man schlicht darauf vertraut, dass das Segment schon irgendwie weiter wachsen wird, wie in den Jahren davor auch.

Und nun ist es gelungen, sich erstmals seit längerer Zeit der Entwicklung des Marktes entgegenzustellen und wachsende Verkaufszahlen zu erzielen. Immerhin um 4 Prozent kletterte der Absatz von Desktop-PCs und Notebooks im Jahresvergleich. Selbst die positiveren Prognosen hatten im Vorfeld nicht mit einer solchen Entwicklung gerechnet.

Und dies ist wiederum exemplarisch für das gesamte Unternehmen. Whitman erklärte freudig, dass es dem Konzern lange nicht mehr so gut gegangen sei, wie jetzt. Dies bedeutet freilich nicht, dass es mit HP in allen Belangen nach oben geht. Aber zumindest konnte der Umsatzrückgang weitgehend eingedämmt werden. Im letzten Jahresviertel lagen die Einnahmen mit 28,2 Milliarden Dollar nur noch 1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Denn es wäre wohl auch zuviel verlangt, dass die Spuren der Krise nicht noch nachwirken würden. So laufen die Geschäfte mit Software und IT-Dienstleistungen noch nicht optimal und auch der Verkauf von PCs an Privatkunden, bei denen Smartphones und Tablets jetzt die Aufmerksamkeit haben, ist weiter schwach. Durch die erfolgten Einsparungen und Optimierungen in den Prozessen konnte HP jetzt aber eine Gewinnsteigerung um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar verbuchen.

Den Preis dafür tragen allerdings hauptsächlich die Beschäftigten des Konzerns. Insgesamt werden sich nach Abschluss der Umstrukturierung voraussichtlich 34.000 Beschäftigte weltweit einen neuen Job suchen müssen.
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