Moore's Law wird zuerst über den Preis ausgehebelt

Das Moorsche Gesetz scheint tatsächlich langsam aber sicher an seine Grenzen zu stoßen - allerdings auf ganz andere Art, als es erwartet wurde. Das Problem wird nicht die Baugröße, sondern der Preis.
Prozessor, Chip, Wafer
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Die Regel, die der Intel-Gründer Gordon Moore bereits vor gut einem halben Jahrhundert aufstellte, besagt, dass die Fortschritte bei der Miniaturisierung von Halbleiter-Chips dazu führen, dass sich die Zahl der Transistoren und damit die Leistungsfähigkeit etwa alle zwei Jahre verdoppelt - und auch, dass die gleiche Leistung dadurch immer billiger zu haben sein wird.

Denn die Einführung jeder neuen Architektur-Generation mit kleineren Baugrößen führt auch dazu, dass die Zahl der Schaltkreise, die aus einem Wafer geschnitten werden können, größer wird. Entsprechend war es dadurch möglich, die gleichen Prozessoren billiger zu produzieren, wenn die Strukturbreiten verkleinert wurden.

Henry Samueli, der Aufsichtsratsvorsitzende und Technikchef von Broadcom, sieht diese Entwicklung aber an ihrem Ende angekommen, berichtet die ITWorld. So wird es auch in den kommenden Jahren weiterhin so sein, dass die Designs in kleinere Maßstäbe gepresst werden. Doch inzwischen sei man an einem Punkt angekommen, an dem die Komplexität der Fertigungs-Technologien mit jedem Schritt sehr schnell steigt und die Einsparungen von den benötigten Werkzeugen zunehmend schnell aufgefressen werden.

"Die Kostenkurve wird immer flacher", sagte Samueli. Während bisher mit jeder Generation sowohl Geschwindigkeit, Energiebedarf und Preis der Prozessoren verbessert wurden, müssen die Hersteller nun entscheiden, an welchen beiden dieser drei Punkte sie arbeiten wollen. Alle drei würden nicht mehr länger möglich sein.

Im kommenden Jahr wird die Chipindustrie erstmals in größerem Stil auf 14-Nanometer-Technologien setzen. Laut dem Broadcom-Manager ist dies zwar technisch inzwischen realisierbar, doch die traditionellen Produktionstechniken stoßen hier spürbar an ihre Grenzen. Noch drei Generationen später, wenn man vielleicht bei 5 Nanometern angelangt ist, wäre dann aber ohnehin auch die physikalische Grenze nahezu erreicht. Denn dann ist ein Transistor noch rund 10 Atome lang. "Man kann aber keinen Transistor aus einem Atom bauen", so Samueli. Spätestens dann werden komplett neue Ansätze benötigt, die heute maximal in einem frühen experimentellen Stadium zu finden sind.
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