Musikverkauf bringt erstmals wieder ein Umsatzplus

Der deutschen Musikindustrie ist es jetzt erstmals seit langer Zeit wieder gelungen, in ihrem Kerngeschäft eine Steigerung des Umsatzes zu verzeichnen. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mit. Demnach stieg der Umsatz aus dem Verkauf von Musik auf Tonträgern oder über das Internet binnen der ersten sechs Monate dieses Jahres im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 um 1,5 Prozent auf 660 Millionen Euro an. Die größten Zuwächse waren dabei im Bereich der digitalen Musikverkäufe, also bei den Erlösen aus Download und Musikstreaming, zu verzeichnen, die im Halbjahresvergleich insgesamt um 16 Prozent zulegen konnten. Mit einem Minus von 2,5 Prozent fiel der Umsatzrückgang im Tonträgergeschäft zudem deutlich geringer aus als in den vorherigen Jahren, hieß es.

Die Musikindustrie hatte weltweit lange Probleme damit, eine Online-Vermarktung auf die Beine zu stellen, die von den potenziellen Kunden auch akzeptiert wurde. Aus der Befürchtung heraus, verkaufte Songs könnten direkt in die Filesharing-Netze wandern, setzte man auf strikte DRM-Systeme, die aber auch eine normale Nutzung nur schwer möglich machten. Erst mit der Zeit und durch den Markteinstieg von Firmen wie Apple, die bereits weiterreichende Erfahrungen mit dem Online-Markt hatten, nahm die Branche davon Abstand und konnte so eine positive Entwicklung einläuten.

Nach wie vor greifen die deutschen Musikkäufer allerdings bevorzugt zum physischen Tonträger, der es auf einen Umsatzanteil von 75,5 Prozent bringt. Allen voran steht die CD, die sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 zwar um 2,7 Prozent leicht rückläufig entwickelte, aber immer noch einen Anteil von 67,5 Prozent am Gesamtmarkt ausmacht. Die Schallplatte kann ihr 2006 begonnenes Comeback in der Nische weiter fortsetzen: Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres stieg der Vinyl-Umsatz um mehr als 30 Prozent und erreicht damit einen Anteil von 1,8 Prozent am Gesamtmarkt.

Inzwischen kann der rückläufige Trend bei den Tonträgern aber vom Online-Geschäft aufgefangen werden. Jeder vierte Euro stammte in der ersten Jahreshälfte aus digitalen Musikverkäufen, dabei erreicht das Downloadgeschäft, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent zulegen kann, einen Marktanteil von nunmehr rund 20 Prozent. Das relativ junge Marktsegment des Streamings verdoppelt seinen Marktanteil auf 4,6 Prozent, hier liegt mit einem Umsatzanstieg von 105 Prozent das momentan größte Wachstumspotenzial des Marktes.
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