Stiftung Warentest: Reaktion auf Kritik am AV-Test

Nur wenige Antiviren-Programme können als "gut" angesehen werden, lautete das kürzlich von der Stiftung Warentest gefällte Urteil im Zusammenhang mit Sicherheitslösungen. Daraufhin kritisierten die Hersteller das eingesetzte Testverfahren. Die getesteten Anwendungen mussten in der von der Stiftung Warentest durchgeführten Analyse 1800 aktuelle Schädlinge erkennen und löschen. Unter dem Strich stellte sich heraus, dass keine der geprüften Sicherheitslösungen alle Computerschädlinge aufspüren und man letztlich nur vier Programme mit der Note "gut" auszeichnen konnte.

In einem offenen Brief wendeten sich Vertreter von Sicherheitsdienstleistern anschließend an die Stiftung Warentest. Darin beklagte man sich unter anderem darüber, dass falsche Schwerpunkte gesetzt wurden, da lediglich die reaktive signaturbasierte Erkennung überprüft wurde. Praxisnahe Tests, bei denen der Fokus auf die heutigen Hauptinfektionswege gelegt wurde, hat man hingegen ausgelassen.

Nun hat die Stiftung Wartentest auf diese Vorwürfe reagiert. Angeblich werden für jeden durchgeführten Test die Hersteller, Sachverständige und Verbraucherschützer eingeladen. Diese beraten sich dann über das eingesetzte Bewertungsschema. Dies war angeblich auch im Hinblick auf den Virenscanner-Test der Fall.

Kritisiert wurde überdies beispielsweise, dass die Virenscanner nur ohne aktive Internetverbindung unter die Lupe genommen wurden. Laut der Stiftung Wartentest wurden die Tests sowohl mit, als auch ohne Verbindung zum Internet durchgeführt. Im zugehörigen Test wurden entsprechend die Produkte bemängelt, welche ohne Netzanbindung deutlich weniger Schadsoftware erkannt haben, heißt es.

Zwei weitere Vorwürfe konnte die Stiftung Wartentest allerdings nicht entkräften, aber zumindest eine Stellungnahme dazu veröffentlichen. Gemeint ist damit die Reparaturfunktion von Sicherheitsanwendungen, welche im Zuge des Tests nicht geprüft wurde. Wurde ein System mit Malware infiziert, so wird entweder eine Neuinstallation oder das Zurücksetzen auf einen älteren Stand empfohlen.

Darüber hinaus wurden Fehlalarme nicht bewertet. Dazu hat man sich entschieden, da entsprechende Tests aus den Vorjahren ergeben haben, dass es diesbezüglich kaum Unterschiede zwischen den Produkten gibt.
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