ZDF-Chef warnt vor Angriff durch Internet-Konzerne
Bei den Fernsehsendern sieht man die zunehmenden Aktivitäten von Internet-Unternehmen im Bereich audiovisueller Inhalte mit gemischten Gefühlen. Der scheidende Intendant des ZDF, Markus Schächter, bezeichnet das Drängen der von Unternehmen wie Google und Apple auf den Fernsehmarkt als "spannende Entwicklung".
Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Focus' (heutige Ausgabe) warnte der 62-Jährige davor, dass die klassischen Anbieter in diesem Bereich damit mächtige Konkurrenz bekommt: "Wir bekommen es mit Unternehmen zu tun, die in einer ganz anderen Finanzklasse spielen als wir." Diese haben teilweise für solche Vorstöße, die noch nicht einmal das Kerngeschäft berühren, Etats zur Verfügung, die sich problemlos mit den Budgets von Fernsehsendern messen lassen.
"Man robbt sich an Inhalte heran", erklärte Schächter unter Bezug auf die Pläne von "Google TV", "Apple TV" und Facebook. Aufgrund dessen, dass sich Video-Inhalte als interessantes Nebengeschäft in die Kernaktivitäten integrieren lassen, können gezielt eng umgrenzte, aber sehr populäre Themenfelder angegangen werden. "Wir wissen, dass sich Facebook in England für Sportrechte interessiert - und in der Vierten Liga anfängt", so Schächter.
Die Internet-Riesen sähen sich aber "bis heute nicht so richtig in der Lage, das Thema Content anzugreifen", deshalb suchten sie "im Moment mehr die Allianz als die Konfrontation". Google spreche "mit denen, die Erfahrung mit Inhalten haben", erläuterte Schächter.
"Wir sind da in einer Situation, in der wir nicht Diktate annehmen müssen, sondern unsere Vorstellungen einbringen", so der ZDF-Intendant. In diesen Worten schwingt allerdings bereits die Vorahnung mit, dass sich dies in den kommenden Jahren gravierend ändern könnte. Offenbar liegt darin auch die Erklärung dafür, warum die öffentlich-rechtlichen Sender zuletzt stärker mit der privaten Rechteindustrie zusammenrücken, obwohl diese Partnerschaft eher unnatürlich erscheint.
"Man robbt sich an Inhalte heran", erklärte Schächter unter Bezug auf die Pläne von "Google TV", "Apple TV" und Facebook. Aufgrund dessen, dass sich Video-Inhalte als interessantes Nebengeschäft in die Kernaktivitäten integrieren lassen, können gezielt eng umgrenzte, aber sehr populäre Themenfelder angegangen werden. "Wir wissen, dass sich Facebook in England für Sportrechte interessiert - und in der Vierten Liga anfängt", so Schächter.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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