Windows Phone 7: So schmeckt die Mango-Ernte
Nachrichten und Netzwerke
Generalüberholt wurde auch der Messaging-Bereich, der nun E-Mails, SMS und Chats bündelt. Mango führt hier weitreichende Möglichkeiten zum Gruppieren ein: E-Mail-Threads lassen sich nun zusammenfassen und sind dadurch deutlich übersichtlicher als die frühere Anzeige einzelner Nachrichten. Das betrifft übrigens auch SMS und Instant Messages.
Die Integration von sozialen Netzwerken wie Facebook funktioniert nun ebenfalls deutlich komfortabler. Endlich hinzugekommen ist Twitter: Der Mitteilungsdienst wird an vielen Stellen nahtlos im Smartphone eingebunden, eine Übersicht der aktuellen Tweets findet man im Kontakte-Hub unter "Neuigkeiten".
Das ist im Prinzip ein Mango-eigener Twitter-Client. Besonders übersichtlich ist dieser aber nicht, weshalb man eher zur offiziellen Twitter-App greifen sollte. Die Einbindung von Twitter hat aber den bereits zuvor erwähnten Vorteil, dass Kontakte mit ihren Twitter-Accounts verknüpft werden können und dann auf der Startseite live mit Status-Updates versorgt werden.
Internet Explorer 9
Beim Thema Browser hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert. Dennoch ist hier das Mango-Update besonders entscheidend. Das liegt vor allem daran, dass der Browser nicht mehr auf dem Internet Explorer 7 basiert, sondern auf Nummer 9 des IE.
Der neue Internet Explorer fürs Handy profitiert ungemein von der Hardware-Beschleunigung und HTML5-Unterstützung. Auch ohne Stoppuhr erkennt man, dass der Seitenaufbau nun um ein Vielfaches schneller abläuft als beim alten Browser, besonders grafisch aufwändige Seiten profitieren von diesem Geschwindigkeitsschub.
An einen Wermutstropfen haben sich die meisten Smartphone-Besitzer auch auf anderen Plattformen längst gewöhnt bzw. gewöhnen müssen: Flash und Silverlight werden nicht unterstützt. Das Streamen von Videos ist mit dem aktualisierten Internet Explorer erstmals möglich und funktioniert auch tadellos, wie man sich auf unserer mobilen Seite überzeugen kann.
Apps, Marketplace und Xbox Live
Mini-Programme bleiben trotz Mango eine große Schwachstelle von Windows Phone 7. Das liegt zunächst einmal an der geringen Anzahl. Knapp 32.000 Apps stehen WP7-Benutzern zur Verfügung, im Vergleich zu den mehreren Hunderttausend von Android und iOS ist das natürlich nur ein Bruchteil. Zwar ist die Anzahl freilich nicht entscheidend, immerhin gibt es auf Android-Geräten und dem iPhone auch jede Menge Müll, ein wenig mehr könnten es aber trotzdem sein.
Eine passende App zu finden, ist nicht immer leicht. Zwar wurde der Aufbau des Marketplace, der seit kurzem auch als Browser-Version zur Verfügung steht, dezent und dennoch sinnvoll verbessert, wirklich nachvollziehbar sind die Ergebnisse aber nicht immer.
Der Marktplatz wurde sinnvoll verbessert
So bekommt man beispielsweise, wenn man nach Twitter sucht, den offiziellen Client nur an zweiter Stelle angezeigt (alternative Twitter-Apps gibt es kaum). An erster Stelle findet sich eine App namens Pocket Revolvers, warum auch immer. An vierter Stelle wird es noch kurioser, da erscheint die Anwendung "Sexy Suße" [sic]. Was die mit Twitter zu tun hat? Nichts.
Schade ist übrigens, dass eine Anwendung für Skype nach wie vor fehlt. Mitte Mai wurde das Voice-over-IP-Unternehmen von Microsoft für 8,5 Milliarden Dollar gekauft, da wäre ein Debüt in Mango fein gewesen. Nun muss man hoffen, dass Skype möglichst bald als App nachgeliefert wird.
Wie der Marktplatz insgesamt wurde auch die Xbox-Live-Anwendung verbessert: Die Spiele-Plattform erlaubt nun die Anzeige von den Xbox-360-Erfolgen, außerdem sind verschiedene Spielereien mögliche, man kann etwa seinen Avatar (der nun auch in der Kachel auf der Startseite animiert herumzappelt) auch vom Handy bearbeiten und das Aussehen verändern. Überarbeitet wurde auch die Suche nach Spielen: Beim Ergebnis sind Kommentare, Bewertungen und Screenshots nicht mehr untereinander angeordnet, sondern nebeneinander in eigenen Fensten,
Office und SkyDrive
Eine Erfolgsgeschichte war Office in der ursprünglichen Version von Windows Phone 7 ja nicht. Viel mehr als neue (leere) Word-Dokumente und Excel-Mappen konnte man nicht anlegen. Hier wurde viel Potenzial verschenkt, immerhin ist Office eines der absoluten Aushängeschilder von Microsoft.
Nun wurde die Office-App aber gründlich überarbeitet. Zwar fühlt sie sich durchaus wie die alte Version an, das User Interface bleibt weitgehend unverändert. Der Funktionsumfang wurde aber ordentlich aufgestockt. So gibt es beispielsweise inzwischen neun unterschiedliche Vorlagen (z. B.: "Agenda", "Ausgaben", "Kraftstoffverbrauch" etc.), mit denen sich Word- und Excel-Dateien gleich einmal sehr viel leichter und schneller anlegen lassen.
Eine entscheidende Neuerung ist der deutlich erweiterte Einsatz von SkyDrive. Der Cloud-basierte Online-Speicher von Microsoft wurde an gleich mehreren Stellen integriert. Bisher war in Word gerade einmal das Anlegen von OneNote-Notizen möglich, nun findet man SkyDrive-Unterstützung aber an allen nur denkbaren Stellen. Nicht nur in der Office-App lassen sich alle Dokumente in der Wolke ablegen.
Der Upload von Fotos und Videos funktioniert wie bisher direkt aus der entsprechenden Anwendung, das "Wie" wurde aber leicht geändert: In der Galerie wählt man ein Foto oder Videoclip aus und geht ins Menü (die drei Punkte rechts unten). Während dort bis zum Mango-Update die SkyDrive-Funktion direkt angezeigt wurde, ist diese nun unter "Versenden…" zu finden. Dort gibt es zusätzlich die Möglichkeit eine Datei per SMS/MMS, Hotmail, Facebook und Twitter zu verschicken.
'SkyDrive' ist eine absolut feine Sache, vor allem weil einem 25 GB an freien Speicher zur Verfügung stellen. Das dürfte für viele ein Argument sein, die Microsoft-Cloud auszuprobieren, Konkurrenten wie Dropbox (2 GB) bieten schließlich deutlich weniger Gratis-Speicher.
Für Office-Dokumente alleine braucht aber natürlich niemand 25 Gigabyte, als Ablage für beispielsweise Urlaubsvideos und -fotos kann sich das aber als sehr praktisch erweisen, etwa wenn die Speicherkarte mal komplett voll ist. Unterstützt wird außerdem das Ablegen von MP3-Dateien, diese kann man schließlich direkt von SkyDrive auf das Handy streamen.
Fazit
Die oben beschriebenen Neuerungen und Funktionen sind natürlich nur ein Bruchteil aller neuen Mango-Features. Und auch wenn nicht restlos alle zu begeistern vermögen: Mango ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.
Das wird vor allem Nokia freuen: Die Finnen, die sich beim Thema Smartphones exklusiv an Microsoft gebunden haben, werden demnächst ihr erstes Mango-Smartphone auf den Markt werfen. Die vielen positiven Änderungen werden Nokia sicherlich etwas beruhigen.
Ob Windows Phone 7.5 tatsächlich die Smartphone-Welt auf den Kopf stellen wird, ist aber zu bezweifeln. Mango bietet zwar viele exklusive Funktionen, viele echte Killer-Features konnten wir aber nicht entdecken. Auch mit Mango auf dem Speiseplan bleibt Windows Phone 7 vor allem eines: Geschmacksache
Siehe auch: Windows Phone 7 als Vorbild für Windows 8 - Wie Microsoft das nächste Desktop-Betriebssystem revolutionieren will.
Generalüberholt wurde auch der Messaging-Bereich, der nun E-Mails, SMS und Chats bündelt. Mango führt hier weitreichende Möglichkeiten zum Gruppieren ein: E-Mail-Threads lassen sich nun zusammenfassen und sind dadurch deutlich übersichtlicher als die frühere Anzeige einzelner Nachrichten. Das betrifft übrigens auch SMS und Instant Messages.
Die Integration von sozialen Netzwerken wie Facebook funktioniert nun ebenfalls deutlich komfortabler. Endlich hinzugekommen ist Twitter: Der Mitteilungsdienst wird an vielen Stellen nahtlos im Smartphone eingebunden, eine Übersicht der aktuellen Tweets findet man im Kontakte-Hub unter "Neuigkeiten".
Das ist im Prinzip ein Mango-eigener Twitter-Client. Besonders übersichtlich ist dieser aber nicht, weshalb man eher zur offiziellen Twitter-App greifen sollte. Die Einbindung von Twitter hat aber den bereits zuvor erwähnten Vorteil, dass Kontakte mit ihren Twitter-Accounts verknüpft werden können und dann auf der Startseite live mit Status-Updates versorgt werden.
Internet Explorer 9
Beim Thema Browser hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert. Dennoch ist hier das Mango-Update besonders entscheidend. Das liegt vor allem daran, dass der Browser nicht mehr auf dem Internet Explorer 7 basiert, sondern auf Nummer 9 des IE.
Der neue Internet Explorer fürs Handy profitiert ungemein von der Hardware-Beschleunigung und HTML5-Unterstützung. Auch ohne Stoppuhr erkennt man, dass der Seitenaufbau nun um ein Vielfaches schneller abläuft als beim alten Browser, besonders grafisch aufwändige Seiten profitieren von diesem Geschwindigkeitsschub.
An einen Wermutstropfen haben sich die meisten Smartphone-Besitzer auch auf anderen Plattformen längst gewöhnt bzw. gewöhnen müssen: Flash und Silverlight werden nicht unterstützt. Das Streamen von Videos ist mit dem aktualisierten Internet Explorer erstmals möglich und funktioniert auch tadellos, wie man sich auf unserer mobilen Seite überzeugen kann.
Apps, Marketplace und Xbox Live
Mini-Programme bleiben trotz Mango eine große Schwachstelle von Windows Phone 7. Das liegt zunächst einmal an der geringen Anzahl. Knapp 32.000 Apps stehen WP7-Benutzern zur Verfügung, im Vergleich zu den mehreren Hunderttausend von Android und iOS ist das natürlich nur ein Bruchteil. Zwar ist die Anzahl freilich nicht entscheidend, immerhin gibt es auf Android-Geräten und dem iPhone auch jede Menge Müll, ein wenig mehr könnten es aber trotzdem sein.
Eine passende App zu finden, ist nicht immer leicht. Zwar wurde der Aufbau des Marketplace, der seit kurzem auch als Browser-Version zur Verfügung steht, dezent und dennoch sinnvoll verbessert, wirklich nachvollziehbar sind die Ergebnisse aber nicht immer.
Der Marktplatz wurde sinnvoll verbessert
So bekommt man beispielsweise, wenn man nach Twitter sucht, den offiziellen Client nur an zweiter Stelle angezeigt (alternative Twitter-Apps gibt es kaum). An erster Stelle findet sich eine App namens Pocket Revolvers, warum auch immer. An vierter Stelle wird es noch kurioser, da erscheint die Anwendung "Sexy Suße" [sic]. Was die mit Twitter zu tun hat? Nichts.
Schade ist übrigens, dass eine Anwendung für Skype nach wie vor fehlt. Mitte Mai wurde das Voice-over-IP-Unternehmen von Microsoft für 8,5 Milliarden Dollar gekauft, da wäre ein Debüt in Mango fein gewesen. Nun muss man hoffen, dass Skype möglichst bald als App nachgeliefert wird.
Wie der Marktplatz insgesamt wurde auch die Xbox-Live-Anwendung verbessert: Die Spiele-Plattform erlaubt nun die Anzeige von den Xbox-360-Erfolgen, außerdem sind verschiedene Spielereien mögliche, man kann etwa seinen Avatar (der nun auch in der Kachel auf der Startseite animiert herumzappelt) auch vom Handy bearbeiten und das Aussehen verändern. Überarbeitet wurde auch die Suche nach Spielen: Beim Ergebnis sind Kommentare, Bewertungen und Screenshots nicht mehr untereinander angeordnet, sondern nebeneinander in eigenen Fensten,
Office und SkyDrive
Eine Erfolgsgeschichte war Office in der ursprünglichen Version von Windows Phone 7 ja nicht. Viel mehr als neue (leere) Word-Dokumente und Excel-Mappen konnte man nicht anlegen. Hier wurde viel Potenzial verschenkt, immerhin ist Office eines der absoluten Aushängeschilder von Microsoft.
Nun wurde die Office-App aber gründlich überarbeitet. Zwar fühlt sie sich durchaus wie die alte Version an, das User Interface bleibt weitgehend unverändert. Der Funktionsumfang wurde aber ordentlich aufgestockt. So gibt es beispielsweise inzwischen neun unterschiedliche Vorlagen (z. B.: "Agenda", "Ausgaben", "Kraftstoffverbrauch" etc.), mit denen sich Word- und Excel-Dateien gleich einmal sehr viel leichter und schneller anlegen lassen.
Eine entscheidende Neuerung ist der deutlich erweiterte Einsatz von SkyDrive. Der Cloud-basierte Online-Speicher von Microsoft wurde an gleich mehreren Stellen integriert. Bisher war in Word gerade einmal das Anlegen von OneNote-Notizen möglich, nun findet man SkyDrive-Unterstützung aber an allen nur denkbaren Stellen. Nicht nur in der Office-App lassen sich alle Dokumente in der Wolke ablegen.
Der Upload von Fotos und Videos funktioniert wie bisher direkt aus der entsprechenden Anwendung, das "Wie" wurde aber leicht geändert: In der Galerie wählt man ein Foto oder Videoclip aus und geht ins Menü (die drei Punkte rechts unten). Während dort bis zum Mango-Update die SkyDrive-Funktion direkt angezeigt wurde, ist diese nun unter "Versenden…" zu finden. Dort gibt es zusätzlich die Möglichkeit eine Datei per SMS/MMS, Hotmail, Facebook und Twitter zu verschicken.
'SkyDrive' ist eine absolut feine Sache, vor allem weil einem 25 GB an freien Speicher zur Verfügung stellen. Das dürfte für viele ein Argument sein, die Microsoft-Cloud auszuprobieren, Konkurrenten wie Dropbox (2 GB) bieten schließlich deutlich weniger Gratis-Speicher.
Für Office-Dokumente alleine braucht aber natürlich niemand 25 Gigabyte, als Ablage für beispielsweise Urlaubsvideos und -fotos kann sich das aber als sehr praktisch erweisen, etwa wenn die Speicherkarte mal komplett voll ist. Unterstützt wird außerdem das Ablegen von MP3-Dateien, diese kann man schließlich direkt von SkyDrive auf das Handy streamen.
Fazit
Die oben beschriebenen Neuerungen und Funktionen sind natürlich nur ein Bruchteil aller neuen Mango-Features. Und auch wenn nicht restlos alle zu begeistern vermögen: Mango ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.
Das wird vor allem Nokia freuen: Die Finnen, die sich beim Thema Smartphones exklusiv an Microsoft gebunden haben, werden demnächst ihr erstes Mango-Smartphone auf den Markt werfen. Die vielen positiven Änderungen werden Nokia sicherlich etwas beruhigen.
Ob Windows Phone 7.5 tatsächlich die Smartphone-Welt auf den Kopf stellen wird, ist aber zu bezweifeln. Mango bietet zwar viele exklusive Funktionen, viele echte Killer-Features konnten wir aber nicht entdecken. Auch mit Mango auf dem Speiseplan bleibt Windows Phone 7 vor allem eines: Geschmacksache
Siehe auch: Windows Phone 7 als Vorbild für Windows 8 - Wie Microsoft das nächste Desktop-Betriebssystem revolutionieren will.
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