Microsoft schaltet riesiges Botnetz Rustock ab
Demnach hatte der Softwarekonzern aus Redmond rechtliche Schritte gegen die Betreiber des Botnetzes eingeleitet und arbeitete fortan mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um Rustock lahmzulegen. Mit Hilfe koordinierter Durchsuchungen konnte man bei sieben Hostern in den USA die Rechner beschlagnahmen, die für die Steuerung des Botnetzes verantwortlich waren. Mehrere Millionen infizierte PCs sollen dem schadhaften Netzwerk angehören.
Rustock galt weltweit als eine der größten Spam-Schleudern. Täglich wurden mehrere Milliarden unerwünschte Werbe-Mails verschickt, erklärte der Microsoft-Anwalt Richard Boscovich in einem Blog-Beitrag. Er ist Teil von Microsofts Digital Crime Unit. Rustock soll weltweit für 39 Prozent des Spam-Aufkommens verantwortlich gewesen sein. Die Kontroll-Server gaben die Befehle für das Versenden der E-Mails. Ohne diese Maschinen bleibt das Botnetz inaktiv.
Die Operation mit der internen Bezeichnung b107 war laut Microsoft ein voller Erfolg. Das Spam-Aufkommen bei den E-Mail-Anbietern sollte deutlich zurückgehen. Sicherheitsexperten hatten Rustock seit langer Zeit beobachtet und zeigten sich verwirrt, als die Aktivitäten plötzlich eingestellt wurden. Von einer groß angelegten Aktion gegen die Betreiber wussten sie nichts, weshalb man von einer Pause ausging.
Microsofts Digital Crime Unit kann bereits zahlreiche erfolgreiche Operationen vorweisen. Gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt geht man regelmäßig gegen Spammer, Botnetz-Betreiber und andere Verbrecher in der digitalen Welt vor. Im Gegensatz zu den meisten Regierungen investiert Microsoft sehr viel Geld in diese Arbeit.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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