US-Verlag: E-Books werden künstlich abgenutzt

Handel & E-Commerce Der bekannte US-Verlag HarperCollins will zukünftig verhindern, dass Bibliotheken die E-Books des Unternehmens unbegrenzt oft verleihen. Da sich echte Bücher abnutzen und nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden müssen, soll dies auch auf E-Books zutreffen. Der Vertriebsleiter Josh Marwell erklärte gegenüber dem Branchenmagazin 'Library Journal', dass er diese Regelung fair findet. Eine Bibliothek kann im Durchschnitt ein gedrucktes Buch 26 Mal verleihen, bevor es ersetzt werden muss. Die Zahl 26 soll deshalb auch bei E-Books als Richtlinie dienen. Bei allen Neuausgaben findet die neue Regelung bereits Verwendung.

26-maliges Ausleihen eines Buches dauert ca. ein bis maximal eineinhalb Jahre, wenn eine durchschnittliche Ausleihzeit von drei Wochen zu Grunde gelegt wird. HarperCollins ist einer der wenigen Großverlage, die das Ausleihen von E-Books überhaupt zulassen. Macmillan und Simon & Schuster erlauben es nicht.

Von mehreren Seiten wurde die neue Maßnahme von HarperCollins kritisiert. Experten sind der Meinung, dass ein gedrucktes Buch deutlich mehr als 26 Ausleihen übersteht. Einige Bibliotheken demonstrieren bei YouTube, dass es Bücher gibt, die selbst nach dem 100. Mal nicht ersetzt werden müssen.
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