Australien: Nur noch mit Antiviren-Software ins Netz?
Die Idee entstand im Rahmen einer Studie des Kommunikationsausschusses des australischen Repräsentantenhauses, in der es um das Thema Computersicherheit ging ("Report of the Inquiry into Cyber Crime"). Man stellte fest, dass die Verbrechen im Internet inzwischen ein großes Problem für die australische Gesellschaft darstellen.
Ging es vor einigen Jahren für Hacker noch darum, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, handelt es sich heute um ein Milliardengeschäft, das Gesellschaft, Wirtschaft und Anwender bedroht. Um diese Entwicklung einzuschränken, werden insgesamt 34 Vorschläge unterbreitet.
Da es für die Nutzer kaum erkennbar ist, ob ihr System kompromittiert wurde, sollen sie verpflichtet werden, Antiviren-Software und Firewall zu installieren. Die Internetprovider sollen ihre Nutzungsbedingungen derart anpassen, dass die Kunden nur unter den genannten Voraussetzungen eine Internetverbindung herstellen dürfen.
Wird ein Verstoß festgestellt, muss der Provider den Internetzugang des Kunden sperren. Wird auf dem Rechner des Kunden eine Schadsoftware gefunden, soll der Provider einerseits darüber informieren, anderseits aber auch den Internetzugang einschränken oder komplett sperren. Erst wenn die Schadsoftware entfernt wurde, kann der Kunde auch wieder im Internet surfen.
Dieser Sicherheitszwang ruft aber auch viele Kritiker auf den Plan. Sie halten es für unangebracht, dass die Regierung den Provider bei der Gestaltung der Geschäftsbedingungen Vorschriften machen will, berichtet der 'Sydney Morning Herald'. Zudem würde die Installation einer Software, mit deren Hilfe der Provider Regelverstöße feststellen kann und den Zugang einschränken kann, dem Einsatz einer Spionagesoftware gleichkommen, argumentiert die Electronic Frontiers Australia.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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