55% der Online-Shops verletzen Verbraucherrecht
Irreführende Angaben über die Rechte des Verbrauchers, undurchsichtige Preisangaben und fehlende Detailangaben zur Identifizierung des Händlers sind die häufigsten Probleme, die bei der Untersuchung durch die EU-Kommission festgestellt wurden.
Die Überprüfung erstreckte sich auf 26 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island. Getestet wurden insgesamt 369 Websites, auf denen folgende sechs Artikel, die in der Gunst der europäischen Verbraucher obenan stehen, bestellt werden können: Digitalkameras, Handys, tragbare Musikgeräte, DVD-Player, PCs und Konsolen für Computerspiele.
Der Untersuchung soll nun eine Durchsetzung der Gesetze folgen, kündigte Kuneva an. Dabei werden die nationalen Behörden die betroffenen Händler auffordern, ihre Websites regelkonform umzugestalten oder aber ihr bisheriges Gebaren zu begründen. Im Rahmen dieser ersten Phase haben drei Länder, nämlich Island, Lettland und Norwegen, die Namen der beanstandeten Websites bereits öffentlich bekannt gemacht.
"Ins Visier genommen haben wir Websites, auf denen Heim- und Unterhaltungselektronik verkauft wird, weil mir die Problemstellung aus den vielen an mich gerichteten schriftlichen Eingaben bekannt ist und weil wir aus der Vielzahl der Beschwerden, die bei den Europäischen Verbraucherzentren eingehen, schließen müssen, dass sich auf diesem Gebiet echte Probleme für den Verbraucher stellen", sagte die EU-Kommissarin.
"Nach unseren Feststellungen ziehen nämlich mehr als die Hälfte der Online-Händler für Verbraucherelektronik die Konsumenten regelrecht über den Tisch. Da es sich dabei um ein europaweites Phänomen handelt, bedarf es einer gesamteuropäischen Lösung. In den kommenden Monaten wird noch Vieles zu tun sein, um in dieser Branche gehörig aufzuräumen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa haben Besseres verdient", fuhr sie fort.
In Europa beläuft sich der Umsatz im Online-Handel mit Verbraucherelektronik auf etwa 6,8 Milliarden Euro (Stand 2007). Von den Verbrauchern, die überhaupt eine Bestellung im E-Commerce getätigt haben, hat nahezu jeder Vierte einen Artikel aus dem Bereich Elektronik gekauft (Kameras mitgerechnet). Mehr als ein Drittel aller Beschwerden über Online-Käufe, mit denen das Netz der Europäischen Verbraucherzentren befasst wurde, hatten den Erwerb von Waren aus dem Bereich der Elektronik zum Gegenstand.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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