Koobface: Über 500 Varianten in nur einem Monat

Viren & Trojaner Das Sicherheits-Unternehmen Kaspersky Lab stellte im vergangenen Monat einen drastischen Anstieg an Koobface-Modifikationen fest. Dabei stieg die Zahl der entdeckten Varianten des Wurms von 324 auf fast 1.000. Der Wurm Koobface wurde von Kaspersky Lab zum ersten Mal als Worm.Win32.Koobface identifiziert, als er vor zirka einem Jahr Facebook- und MySpace-Accounts attackierte. Das Schadprogramm verbreitet sich über Anwender-Konten und deren Freundeslisten, indem er Kommentare und Nachrichten versendet.

Diese enthalten einen Link zu einer gefälschten YouTube-Seite, wo Anwender zum Download einer aktuellen Flash-Player-Version aufgefordert werden. Statt des neuen Medien-Players landet jedoch Koobface auf dem Rechner der Opfer. Ist ein Anwender infiziert, werden über dessen Account ebenfalls Wurm-verseuchte Nachrichten an seine Freunde versendet.

Mittlerweilen wurde die Funktionalität des Wurms erweitert. Koobface attackiert nun noch weitere Netzwerk-Seiten wie Hi5, Bebo, Tagged, Netlog und Twitter. "Der starke Anstieg von Attacken, die es explizit auf die Nutzer sozialer Netzwerke abgesehen haben, zeigt, dass die Malware-Szene verstärkt auf Social-Engineering- Tricks setzt", sagte Stefan Tanase, Malware-Analyst bei Kapsersky Lab.

"Der Juni 2009 markiert leider einen traurigen Höhepunkt bei der Entwicklung derartiger Schadprogramme. Noch nie haben wir einen so starken Anstieg an Cybercrime- Aktivitäten im Bereich sozialer Netzwerke gesehen", führte er weiter aus.

Kapersky empfiehlt Anwendern daher Vorsicht beim Öffnen von Links, die über verdächtige Nachrichten versendet werden, walten zu lassen - auch wenn der Absender ein vermeintlicher Freund ist. Außerdem sollte der Browser immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.

Generell sollten in den Profilen so wenig persönliche Informationen wie möglich preisgegeben werden, um solcher Malware die Sammlung von Daten zu erschweren. Insbesondere Angaben zu Adresse und Telefonnummer sowie andere private Details hätten in den Social Networks nichts verloren.
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