8-Euro-Laptop aus Indien verzögert sich weiter

Notebook Um gestrigen Dienstag eröffnete der indische Bildungsminister Arjun Singh das E-Learning-Portal Sakshat. Es soll die Schul- und Ausbildung in ländlichen Regionen und in ärmeren Bevölkerungsschichten verbessern. Eigentlich sollte im Rahmen dieser Ankündigung auch der Prototyp des 8-Euro-Laptops gezeigt werden, auf dessen Vorstellung bereits sehnsüchtigst gewartet wird. Doch aus der erhofften umfangreichen Präsentation wurde nichts. Stattdessen wurden lediglich die Informationen angegeben, die bereits im Vorfeld ins Internet gelangt waren.

Demnach verfügt das Notebook, das lediglich 8 Euro kosten soll und damit für jede indische Familie erschwinglich ist, über einen zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher. Für die Verbindung mit dem Internet steht ein Ethernet-Port und eine WLAN-Schnittstelle zur Verfügung. Bildungsminister Singh erklärte, dass das Gerät erst in sechs Monaten auf den Markt kommen wird.

Bislang ist nicht bekannt, wie das Notebook derartig günstig produziert werden kann. Allein ein Display kostet mehr als das gesamte Gerät. Auch der Arbeitsspeicher würde mit mindestens 15 Euro zu Buche schlagen. Inzwischen wird darüber spekuliert, dass der Preis durch großzügige staatliche Subventionen erreicht werden kann.

Die Entwicklung des "Volkscomputers" wurde vom indischen Bildungsministerium in Auftrag gegeben. Das ehrgeizige Ziel der mehrjährigen Entwicklung ist es, dass sich jeder Haushalt ein derartiges Gerät leisten kann. Selbst den 100-Dollar-Laptop des One-Laptop-per-Child-Projekts würde man preislich deutlich unterbieten.

Der 8-Euro-Laptop soll vor allem für Bildungszwecke eingesetzt werden. Entsprechende Inhalte sollen über das Internet zur Verfügung gestellt werden. Angeblich hat die indische Regierung bereits Abkommen mit vier großen Verlagshäusern getroffen. So sollen Lehrbücher digitalisiert und über das Lehrportal "Sakshat" zur Verfügung gestellt werden. Fünf Prozent der Bücher sollen sogar kostenlos angeboten werden.
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