Microsoft untersucht Folgen von Genom-Analysen
Hintergrund ist der stark gesunkene Preis, der für eine solche Überprüfung des Erbmaterials gezahlt werden muss. Das von Google unterstützte Startup 23andMe, benannt nach der Zahl der Chromosomenpaare des Menschen, bietet die Untersuchung der DNA für inzwischen nur noch 399 Dollar an.
Dadurch ist es für viele Menschen erstmals möglich, beispielsweise das Risiko der Weitergabe von Erbkrankheiten an den potenziellen Nachwuchs nachzuvollziehen. Auch die eigene Gefährdung lässt sich besser abschätzen und entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen.
Kritiker geben jedoch zu Bedenken, dass im Bevölkerungsdurchschnitt kaum eine wirkliche Verbesserung der medizinischen Betreuung zu erwarten sei. Die Genom-Analyse könnte sogar dazu führen, dass etwa Menschen, die sich eines sehr geringen Risikos für Herzinfarkte, Krebs oder andere Krankheiten bewusst sind, zu sorglos leben und so das Auftreten von Erkrankungen provozieren, die andernfalls nicht aufgetreten wären.
Wie sich das Wissen um die eigenen Erbanlagen real auswirkt, soll nun die Studie zeigen. 10.000 Menschen erhalten im Rahmen des Projekts Genom-Analysen bezahlt. In einem längeren Zeitraum wird untersucht, ob sich bei den Teilnehmern Lebensumstände ändern, die sich auf die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkte und einige mehr auswirken können.
Neben Microsoft beteiligen sich Affymetrix und Navigenics an der Studie, die für die Analyse des Genoms und die Analyse der Ergebnisse zuständig sind. Die Teilnehmer verwalten ihre Daten dabei über Microsofts Gesundheitsportal HealthVault. Die Dauer des Projekts ist auf insgesamt 20 Jahre angelegt.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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